Zivilverteidigungsbuch als Teil der Schweizer Mentalität

1969 verteilte der Bund das kleine rote Buch «Zivilverteidigung» an alle Schweizer Haushalte. Es war die Zeit des Kalten Krieges.

Das Zivilverteidungsbuch mit rotem Umschlag
Bildlegende: In seiner totalen Abwehrhaltung wirkte das Buch beim Erscheinen 1969 bereits etwas veraltet SRF / Jürg Oehninger

Das 320 Seiten starke Werk zeigte, wie sich die Schweiz gegen einen Atomkrieg wappnen, beziehungsweise ihn überleben konnte. Zudem warnte es auf mannigfaltige Art und Weise vor einem inneren Feind, den es zu bekämpfen und in Schach zu halten galt.

Es war die Zeit der Polarisierung, der Blockbildung: Hier die USA mit den westlichen Verbündeten, dort die Sowjetunion mit den Ostblockländern. Der Kalte Krieg war in der Schweiz besonders kalt. Es galt, den inneren Feind, sprich alle Kommunisten und Kritiker am Staat, zu bekämpfen und mundtot zu machen.

Von dieser Zeit geblieben ist wenig: Ausgediente, zum Teil riesige Bunkeranlagen, der Zivilschutz, der heute allerdings rundumerneuert ist sowie das Konzept der Notvorratshaltung und des persönlichen Schutzplatzes. Kritiker am Staat werden heute nicht mehr nach Moskau verwünscht. Eine Polarisierung in der politischen Diskussion hat allerdings wieder Einzug gehalten.

Autor/in: Jürg Oehninger