Bundesrat kommt Stromwirtschaft entgegen

  • Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 29. Oktober 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 29. Oktober 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Der Bundesrat will für Gaskombi-Kraftwerke in der Schweiz weniger strenge Regeln als das Parlament.

Weitere Themen:

Die EU will die drohende Rezession mit einem Wirtschaftsprogramm bekämpfen.

Die kriselnde Autoindustrie in Europa will Staatshilfe in Milliardenhöhe.

Italien macht drastische Abstriche beim Erziehungsbudget.

Beiträge

  • Etappensieg für Strombranche

    Der Bundesrat schlägt vor, dass die Betreiber von Gaskombi-Kraftwerken den CO2-Ausstoss bis zu 50 Prozent mit Klimaschutz-Projekten im Ausland kompensieren können.

    Mit dieser Lösung will der Bundesrat die Strom-Versorgung sicherstellen und gleichzeitig den Klimaschutz nicht vernachlässigen. Das Parlament hatte eine Kompensation von nur 30 Prozent im Ausland vorgesehen.

    Den Umweltschützern gehen die Zugeständnisse des Bundesrates zu weit.

    Die Strombranche dagegen fordert wirtschaftlichere Rahmenbedingungen.

    Géraldine Eicher

  • Magerkost für Italiens Schüler

    In Italien demonstrieren Schüler und Studierende seit Tagen gegen die neue Bildungspolitik der Regierung. Ohne Erfolg.

    Ungeachtet der Proteste setzte Ministerpräsident Berlusconi die umstrittene Reform im Senat durch.

    Die Reform sieht unter anderem vor, dass in den nächsten drei Jahren über 90 000 Stellen bei den Lehrkräften gestrichen werden.

    Rund 1 500 Schüler und Studierende hatten sich während der Abstimmung über die Reform vor dem Senat in Rom versammelt. Sie verlangten den Rücktritt der Unterrichtsministerin.

    Es bahnt sich ein heisser Herbst an. Denn die Reform der Universitäten steht noch bevor. Dort sollen 2 Milliarden Franken eingespart werden.

    Rolf Pellegrini

  • EU will Rezession bekämpfen

    Die EU will mit einem umfassenden Plan die Wirtschaft ankurbeln. Ökonomen befürchten, die Finanzkrise könnte eine lange, hässliche Rezession zur Folge haben. Der Wirtschaftsplan soll in einem Monat fertig sein.

    Der Plan werde Vorschläge enthalten, um die steigende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sagte EU-Kommissions-Präsident José Manuel Barroso. Es sei eine wirtschaftspolitische Zusammenarbeit notwendig, wie es sie noch nie in der EU gegeben habe.

    Unter anderem prüft die EU laut Barroso, ob sie mehr Anreize schaffen kann, um relativ saubere Autos zu produzieren. Die EU müsse die Klima- und Umweltschutzpolitik als Chance betrachten, um zusätzliche Wachstumsimpulse zu geben, forderte der EU-Kommissionspräsident weiter.

    Thomas Oberer

  • Autoindustrie: Opfer der Finanzkrise?

    In den USA und in Europa kämpft die Autobranche ums Überleben. Eine Folge der Finanzkrise? Nicht nur, meinen Experten.

    Nach der Automobil-Industrie in den USA hat nun auch die europäische um staatliche Hilfe in Milliardenhöhe gebeten. Die Industrie brauche die Kredite, um schadstoffärmere Autos herstellen zu können, wird argumentiert.

    Wegen der Finanzkrise sind zwar die Auto-Verkäufe drastisch eingebrochen. Doch nicht bei allen. Wer schon vor Jahren auf kleine, umweltfreundliche Autos setzte, fährt heute besser.

    Der ehemaliger Porsche-Manager Ferdinand Dudenhöffer, unterrichtet heute an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Er meint, es sei richtig, dass man früher hätte reagieren müssen, doch die Krise in der Autoindustrie sei real und gross. Man sollte trotzdem diese Industrie nicht mit Staatsgeldern stützten, sagt Dudenhöffer.

    Martin Durrer

  • Pulverfass Inguschetien

    Der Krieg in Tschetschenien vor acht Jahren trieb Hunderttausende in die Flucht nach Inguschetien. Das einst friedliche kleine Land ist zum eigentlichen Krisenherd im Kaukasus geworden.

    Die Politologin Ekaterina Sokirianskaia, die während des Tschetschenienkriegs in Inguschetien lebte und arbeitete, bezeichnet die kleine Republik gar als das Pulverfass im Nordkaukasus.

    Brigitte Zingg

  • Australiens Zukunftsangst

    Nach 17 Jahren konstanten Wachstums droht in Australien eine deutliche Abschwächung der Konjunktur. Nun macht die konservative Opposition Stimmung gegen Einwanderer.

    Die Konservativen wollen die Zahl der Immigranten drastisch kürzen. Australierinnen und Australier fühlen sich erinnert an eine andere Zeit, in der das Thema Einwanderung schon mal aufgebauscht wurde.

    Urs Wälterlin

  • Margit Osterloh: «Es gibt zu hohe Löhne»

    Im Gegensatz zu Akkordarbeiterinnen können Manager oft ihren Lohn selber bestimmen. Der Lohn kann damit ungerechtfertigt hoch sein.

    Ein Lohn, der nicht dem Marktlohn entspreche, sei zu hoch, sagt Margit Osterloh, Wirtschafts-Professorin an der Universität Zürich. Statt durch Angebot und Nachfrage auf dem freien Markt, komme ein solcher Lohn durch unsichtbares Händeschütteln zustande. Also ohne von der unsichtbaren Hand des Marktes reguliert zu werden.

    Ausserdem übten die Anforderungen für CEOs einen negativen Selektionseffekt aus. Sie würden Menschen anziehen, für die Geld das Allerwichtigste im Leben sei.

    Martin Durrer

Moderation: Martin Durrer, Redaktion: Urs Bruderer