Streit um UBS-Boni

  • Sonntag, 19. Oktober 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 19. Oktober 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Sonntag, 19. Oktober 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Nach der Ankündigung des Rettungspakets für die UBS ist eine heftige Diskussion um die Milliardensummen, die als Boni an die Banker verteilt werden, entbrannt.

Gestritten wird unter anderem auch darüber, ob die UBS überhaupt dazu verpflichtet ist, ihren Mitarbeitenden Erfolgsprämien zu bezahlen.

Weitere Themen:

Die SP ist gegen den Rettungsplan des Bundes und will stattdessen eine Auffanggesellschaft zur Rettung des Finanzplatzes gründen.

Die USA und Europa wollen mit einer Reihe von gemeinsamen Gipfeln einen Weg aus der Finanzkrise finden.

Tschechiens Premier Mirek Topolanek steht nach einer Niederlage seiner konservativen Bürgerpartei bei den Regionalwahlen unter Druck.

Beiträge

  • UBS will weiterhin Boni bezahlen

    Nach der Ankündigung des Rettungspakets für die UBS ist eine heftige Diskussion um die Boni der Banker entbrannt. Klar ist, dass die UBS ihren Mitarbeitenden weiterhin Erfolgsprämien bezahlen will, unklar ist nur noch wie viel.

    Die UBS-Angestellten haben Angst um ihre Löhne. Bisher bezahlte die Bank ihren Mitarbeitenden auch bei schlechtem Geschäftsergebnissen Erfolgsprämien. Letztes Jahr erhielten die rund 80 000 Angestellten trotz des Milliarden-Verlusts der Bank insgesamt 12,2 Milliarden Franken an Boni.

    Für dieses Jahr seien Bonus-Zahlungen in der Höhe von 7 Milliarden Franken vorgesehen, schreibt die Zeitung «Sonntag». Die UBS wollte den Betrag nicht bestätigen.

    Dagmar Zumstein

  • SP fordert anderes Hilfspaket

    Die SP Schweiz will das Rettungspaket für die UBS nicht oppositionslos hinnehmen. Sie fordert mehr Mitsprache für die öffentliche Hand und plant einen Gegenvorschlag.

    Das Papier, das vom Freiburger Ständerat Alain Berset und von der Baselbieter Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer ausgearbeitet wurde, verlangt unter anderem klare Schranken bei der Lohn- und Bonus-Politik der UBS. Beträge über eine Million Franken seien generell zu verbieten.

    Wer die in den vergangenen Jahren bezogenen Boni nicht zurückerstatten wolle, dem sei das Recht auf die Ausübung des Bankberufs dauerhaft zu entziehen, heisst es. Vor diesem Hintergrund seien auch Strafanzeigen und Verantwortlichkeitsklagen gegen frühere Manager der UBS zu prüfen.

  • Neue Regeln für Finanzwelt gesucht

    Die USA und die EU wollen mit einer Serie von Weltgipfeln die Finanzkrise bewältigen und den internationalen Finanzsektor reformieren. Wie aber sollen die neuen Regeln aussehen?

    Ziel der Gipfelserie sei es, eine Wiederholung der Turbulenzen zu verhindern. Darauf einigten sich US-Präsident George W. Bush, der französische Präsident und EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

    Frage an Volkswirtschafts-Experte Guy Kirsch: Was muss unternommen werden, um das Finanzsystem zu stabilisieren?

    Casper Selg

  • Tschechiens Premier unter Druck

    Tschechiens Premier Mirek Topolanek ist nach einer Niederlage seiner konservativen Bürgerpartei bei Senats- und Regionalwahlen unter Druck geraten. Von allen Seiten wird sein Rücktritt gefordert.

    Die oppositionellen Sozialdemokraten trugen bei den Senats- und Regionalwahlen unerwartet den Sieg davon. Sie werden künftig in allen 13 Regionen das Sagen haben und im Senat, der oberen Parlamentskammer, stehen ihre Chancen gut, die bürgerliche Mehrheit zu knacken.

    Die Wahlen galten als wichtiger Test. Die Stimmung hat sich offenbar klar gegen die bürgerliche Regierung gedreht. In zweieinhalb Monaten hätte Topolanek die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen sollen.

    Marc Lehmann aus Prag

  • Londons Banker machen so weiter wie bisher

    Banker in London begrüssen zwar das Milliarden-Rettungspaket der britischen Regierung. Eine stärkere Regulierung halten sie aber nicht für nötig, denn Fehler hätten sie keine gemacht.

    Die britische Regierung hatte die Vorreiterrolle beim Thema Hilfe für die Banken. Mit 72 Milliarden Franken beteiligt sie sich direkt an fünf ihrer Banken und sie stützt den Finanzmarkt mit weiteren 900 Milliarden.

    London ist der grösste Finanzplatz Europas und Heimat vieler Investment-Banken.

    Priscilla Imboden aus London

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Urs Bruderer