Türkische Präsidentenwahl muss in zweite Runde

Der türkische Aussenminister Abdullah Gül ist in der ersten Runde der Präsidentenwahl im Parlament von Ankara gescheitert.

Weitere Themen:

Hoher US-Offizier steht wegen Folterskandal von Abu Ghraib vor Gericht.

Die Erinnerung an den sowjetischen Staats-Terror verblasst.

Die Zweifel an den Marien-Erscheinungen von Fatima werden lauter.

Beiträge

  • Gül verpasst die Wahl zum türkischen Präsidenten

    Der türkische Aussenminister Abdullah Gül hat in der ersten Runde der Präsidentenwahl nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erhalten. Gül trat erneut für die religiös-konservative Partei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an.

    Im Mai hatte seine Kandidatur einen Boykott im Parlament und eine Staatskrise ausgelöst, in die sich auch die Militärführung einschaltete.

    Das Scheitern im ersten Anlauf war erwartet worden. Dennoch zweifelt niemand daran, dass Gül schlussendlich gewählt wird. Obwohl das Militär und konservative Politiker verhindern wollen, dass ein Vertreter einer islamischen Partei Präsident wird. Warum wird es trotzdem reichen?

    Hans Ineichen im Gespräch mit Werner van Gent

  • Prozess gegen US-Offizier wegen Abu Ghraib

    Mit dem Prozess gegen den einzigen angeklagten Offizier schliesst die US-Militärjustiz die juristische Aufarbeitung des Skandals um das irakische Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad ab.

    Oberstleutnant Steven Jordan soll den Einsatz von Hunden und das vollständige Entkleiden von Gefangenen zu deren Erniedrigung gebilligt haben. Dem früheren Direktor der Verhörabteilung in Abu Ghraib drohen mehr als 16 Jahre Haft. Jordan behauptet, er sei der Sündenbock für andere.

    Peter Voegeli

  • Ruhe und Ordnung in Gaza zu einem hohen Preis

    Die radikal-islamische Hamas kontrolliert seit Mitte Juni den Gazastreifen uneingeschränkt. Doch die Organisation ist mit einer ganzen Reihe von grossen Problemen konfrontiert. Allerdings fehlen ihr die Mittel, diese zu lösen.

    Israel hat den Gaza-Streifen weitgehend isoliert. Die Ausfuhr von palästinensischen Gütern ist komplett blockiert, die Einfuhr in den Gaza-Streifen wird von Israel kontrolliert. Wie wirkt sich das auf die Versorgung aus im Gaza-Streifen?

    Hans Ineichen im Gespräch mit Karin Wenger

  • Geld-Spritzen der Notenbanken können Finanzplatz schaden

    An den globalen Finanzmärkten macht sich nur zögernd Erleichterung breit: Nach der überraschenden Zinssenkung in den USA kauften die Anleger in der neuen Börsenwoche vereinzelt wieder Aktien, doch mit Angst im Nacken.

    Hilfreich wirkten verschiedene Notenbanken, die erneut zusätzliche kurzfristige Kredite in Milliardenhöhe in den Markt pumpten. Sie verhinderten damit, dass Geschäfts-Banken wegen den Börsen-Turbulenzen in Liquiditäts-Probleme geraten. Aber ob sie den Finanzmärkten damit auch längerfristig einen Dienst erwiesen haben, ist umstritten.

    Barbara Widmer

  • Söldner-Armeen sind ein Milliarden-Markt

    An vielen Konfliktherden, etwa in Afrika, Afghanistan oder Irak, übernehmen immer mehr private Sicherheitsfirmen zumindest Hilfs- oft aber sogar Kerntätigkeiten staatlicher Armeen. Hunderte von Firmen mit zehntausenden von privaten Söldnern erzielen so Milliardenumsätze.

    Nun wird gar erwogen, für den Blauhelm-Grosseinsatz im Sudan private Friedenssoldaten anzuheuern. Dies weil die Staaten nicht bereit scheinen, selber die nötigen 26 000 Blauhelme zu stellen.

    Fredy Gsteiger

  • Erinnerung an sowjetischen Staats-Terror verblasst

    Ein paar Hundert Menschen gedachten dieser Tage auf dem Lubjanka-Platz in Moskau ihrer Angehörigen, die vor 70 Jahren im Terror unter Stalin hingerichtet oder zu jahrelanger Zwangsarbeit im Gulag verurteilt worden waren.

    1937 erreichte die planmässige und gross angelegte Massenvernichtung in der Sowjetunion ihren Höhepunkt. Hunderttausende von Andersdenkenden wurden damals erschossen, Millionen verschwanden. Im heutigen Russland ist das für die Meisten kein Thema. Nur ein kleiner Kreis setzt sich mit all den Verbrechen auseinander, die im Namen des Staates begangen wurden.

    Max Schmid

  • Zweifel am Fatima-Kult werden lauter

    Das portugiesische Fatima ist neben dem Apostelgrab in Santiago de Compostela das meist-besuchte Pilgerziel auf der iberischen Halbinsel. Die wundersamen Marien-Erscheinungen, die sich dort vor den Augen dreier Hirtenkinder abgespielt haben sollen, sind allerdings bis heute umstritten. 

    Im November will Papst Benedikt XVI. nach Portugal reisen, aber ohne Fatima zu besuchen. Was zunächst beim örtlichen Klerus für Unverständnis sorgte, hat tiefere Gründe - unter anderem in der Schweiz.

    Alexander Gschwind

Autor/in: Hans Ineichen