Ärger, Ängste, Ansprüche: Chefwechsel in Familienunternehmen

Familienunternehmen ticken anders. Das wird besonders deutlich, wenn ein Generationenwechsel ansteht. Willy Michel (Ypsomed), Annemarie Widmer (Louis Widmer) und Florian Eltschinger (Remimag) geben offen Einblick in das sensible Thema der Nachfolge.

Kein Patron ist für die Ewigkeit. Dennoch beschäftigt sich eine Vielzahl von ihnen zu wenig mit der Zukunft ihrer Unternehmen. Die Folge: 75'000 Schweizer Unternehmen haben ein Nachfolgeproblem. Fast jede dritte Firma muss liquidiert werden, weil sie niemand übernimmt.

Damit eine Übergabe gelingt, muss sie sorgfältig über mehrere Jahre vorbereitet werden – und hat auch dann noch ihre Tücken: Erwartungen und Emotionen prägen die Unternehmen, die in Familienhand sind. Unterschiedliche Generationen haben oftmals unterschiedliche Auffassungen von Führung.

Wie geht Loslassen, wie Übernehmen? Wo sind die grössten Fallstricke bei der Nachfolge? Drei Unternehmer geben Einblick in den anspruchsvollen Vorgang der Familiennachfolge:

Willy Michel, 70, VR-Präsident und Gründer Ypsomed

Willy Michel hat bereits rund ein Dutzend Firmen gegründet, darunter Ypsomed. Das Burgdorfer Medtech-Unternehmen hat er an die Börse gebracht, es beschäftigt heute 1400 Angestellte. Vor vier Jahren hat er die Geschäftsführung an seinen Sohn übergeben. Willy Michel versucht, sich herauszuhalten. Aber manchmal müsse er den Übermut der Jugend bremsen.

Annemarie Widmer, 39, VR-Präsidentin, Mitinhaberin und Geschäftsleitungsmitglied Louis Widmer

Annemarie Widmer war 27, als sie mit dem Tod ihres Vaters an die Spitze des Kosmetik-Herstellers Louis Widmer rückte. Die Belegschaft musste sich an eine junge Frau gewöhnen, die wenig von der Autorität ihres Vaters hatte. 12 Jahre später erzielt Annemarie Widmer mit ihren 250 Mitarbeitern in Schlieren bei Zürich Rekordumsätze. Die Geschäftsführung hat sie in externe Hände gegeben, sie will sich auf die strategischen Fragen konzentrieren.

Florian Eltschinger, 39, Co-CEO Remimag

Es geht oft emotional zu bei den Eltschingers. Gemeinsam mit seinem Bruder führt Florian Eltschinger seit 2014 das Luzerner Gastronomie-Unternehmen mit 27 Betrieben und 750 Angestellten. Der Vater hat seine Nachfolge sorgfältig vorbereitet und sich in diesem Jahr auf das Verwaltungsratspräsidium zurückgezogen. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, weiterhin mitzureden.

Die Sendung steht ab 14.00 Uhr des Sendetages als Web Preview zur Verfügung.

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