Geld aus Müll

Abfall klingt nach Problemen, Dreck und Gestank. Dabei macht die Wirtschaft gute Geschäfte mit dem, was Haushalte und Industrie hinterlassen. «ECO» zeigt in einer Spezialsendung, was es mit «Abfallberaubung» auf sich hat, wo Altlasten schlummern und wie ein Umweltskandal zur Geschäftsidee wurde.

Je reicher ein Land ist, desto mehr produziert es davon: Die Schweiz gehört mit 730 Kilogramm Haushaltsabfall pro Einwohner weltweit zu den Spitzenreitern. Rechnet man Bauschutt und Industrie-Abfälle dazu, kommt die Schweiz auf eine Abfallmenge von jährlich 21,5 Millionen Tonnen.

Ist das ein Problem? «ECO» zeigt: Nicht für die Wirtschaft. Sie macht mit Abfall gute Geschäfte: Abfall ist ein Energieträger, mit dem sich Strom und Wärme erzeugen lässt, Abfall kann recycelt und als Rohstoff genutzt werden. Abfall ist eine wertvolle Ware, um die, wie im Falle des Kunststoffs, hart gekämpft wird.

Beiträge

  • Plastik: Abfall-Klau oder wertvolles Recycling?

    Die Kehricht-Verbrennungsanlagen (KVAs) der Gemeinden sehen in privaten Plastikabfällen einen ausgezeichneten Brennstoff, der ihnen viel Energie liefert. Doch viele Recycling-Unternehmen haben in den letzten Jahren damit begonnen, auch Kunststoffe zu sammeln, und sie werden dabei tatkräftig von der Bevölkerung unterstützt. Was für die Recycler ein gutes Geschäft ist, nennen die KVA-Betreiber «Abfallberaubung». Und sie stellen den Umweltnutzen in Frage. So tobt im Gewand der Ökologie die Schlacht um den Kunststoff.

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  • Sondermüll: Vom Umweltskandal zur Geschäftsidee

    Die Basler Valorec betreibt den grössten Sondermüll-Ofen der Schweiz. Entstanden ist er aus einem Skandal: 1976 ereignet sich im italienischen Seveso bei einer Tochter des Basler Konzerns Roche ein Unfall, der grosse Mengen Dioxin freisetzt. Es folgt ein Umweltkrimi, bis Fässer mit dem hochtoxischen Stoff auf einem Schlachthof in Frankreich auftauchen. Roche greift ein und lässt das Gift nach Basel bringen, um es zu verbrennen. Ein Ofen, der bis dahin zur Verbrennung von Tierkadavern dient, wird für die heikle Aufgabe umgerüstet. Heute ist die Basler Chemie der wichtigste Kunde von Valorec.

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  • Altlasten: Lukrative Sünden der Vergangenheit

    Den Müll wahllos auf Deponien geworfen, Öl und chemische Gifte versickern lassen, Munition in den Seen versenkt – der Umgang mit Abfall war bis in die siebziger Jahre höchst fahrlässig. 38‘000 Orte mit so genannten Altlasten haben Bund und Kantone in der Schweiz erfasst. 4000 sind so gefährlich, dass sie saniert werden müssen. Bis 2040 soll es geschehen, und es wird 5 Milliarden Franken kosten. «ECO» porträtiert das Unternehmen Eberhard, das sich auf die Sanierung von Altlasten spezialisiert hat.

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