Hohelied des Finanzkapitalismus

So schaffen wir ein besseres Finanzsystem

von Robert J. Shiller

Titel Märkte für Menschen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lesetipp der Woche Campus

Robert J. Shiller schmiert Balsam auf die geschundenen Seelen der Banker und Manager, Finanztechniker und Regulierer: Die Forderung, dass die Verantwortlichen für die Krise ins Gefängnis gehören, ist für ihn eine «fixe Idee»; Praktiken, die das weltweite Finanzwesen an den Rand des Zusammenbruchs brachten, hält er für «grobe Schnitzer», die sich korrigieren lassen.

Gemäss seinem Hohelied des Finanzkapitalismus ist alles gut und wird noch besser werden, sofern wir nicht auf das unaufgeklärte Demonstrantenvolk, sondern auf die Visionäre hören.

Zusatzinhalt überspringen

Weitere Empfehlungen

Das Gesetz der Krise

Wie die Banken die Politik regieren

Wem wir die Krise zu verdanken haben und wie wir sie endlich meistern.

Susanne Schmidt, Droemer, 239 S.

Megatrends: Zukunftsthemen im Personalmanagement analysieren und bewerten

Appetitmacher auf die wichtigsten Zukunftsthemen im HR-Bereich.

DGFP e. V. (Hg.), W. Bertelsmann 2012, 164 S.

Shiller argumentiert durchaus auch branchenkritisch und schlägt jede Menge Verbesserungen vor, fordert aber konsequenterweise nicht weniger, sondern mehr komplexe finanzielle Absicherungssysteme gegen Risiken aller Art.

Seine Stossrichtung, dass der Finanzkapitalismus dazu dienen soll, den Wohlstand zu mehren und gerecht zu verteilen, in allen Ehren – aber glaubt jemand ernsthaft daran, dass die Akteure im Finanzwesen aus diesen hehren Gründen ihrer Tätigkeit nachgehen?

Angesichts Shillers Brillanz erstaunt die Naivität dieser Annahme, das Buch ist aber trotzdem für alle empfehlenswert, die wissen wollen, welchen gesellschaftlichen Nutzen Finanzinnovationen und Finanzspekulanten in einer idealen Welt haben könnten.

  • Verlag: Campus
  • Publikationsdatum: 2012
  • Anzahl Seiten: 376

In Zusammenarbeit mit Getabstract, Luzern