Wenn Ökonomen sich einmischen

Was sie sagen, findet Gehör: Ernst Fehr von der Universität Zürich und Hans-Werner Sinn, vormaliger Leiter des deutschen Ifo-Instituts. Wann sollten Ökonomen das Wort ergreifen? Und was können sie für die Gesellschaft bewirken?

Sie rechnen, sie analysieren, sie schreiben – und dann? Meistens gelangen die Forschungsergebnisse von Ökonomen nicht in die breite Öffentlichkeit. Seit 10 Jahren müssen sich Volkswirtschaftler den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht vor der Finanzkrise gewarnt hätten.

Wann entscheiden sich Ökonomen, ihre Meinung kundzutun? Weshalb? Und wie gehen sie mit Gegenwind um?

Reto Lipp stellt diese Fragen zwei Ökonomen, die regelmässig die Öffentlichkeit suchen und zu den einflussreichsten im deutschsprachigen Raum gehören:

Hans-Werner Sinn, ehem. Leiter Ifo-Institut

Schulden dürfen in der Euro-Zone nicht vergemeinschaftet werden! Italien hat vor, die EU zu erpressen! Seit Jahren kritisiert Hans-Werner Sinn die EU-Politiker mit deutlichen Worten. Der Nationalökonom und Finanzwissenschaftler leitete bis 2016 das renommierte deutsche Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo. Seine Ansicht: Professoren, die sich nicht einmischten, müssten sich fragen, wofür der Steuerzahler sie bezahle.

Ernst Fehr, Verhaltensökonom Universität Zürich

Ernst Fehr wählt für seine Botschaften seltener die grosse Bühne. Mit dem UBS Center führt er aber ein Universitätsinstitut, das aktive Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Sein Forschungsfeld ist die Ökonomie im Kleinen. Ernst Fehr zeigt, was Boni bei Menschen bewirken, weshalb Schenken glücklich macht und dass das mütterliche Stillen eine ökonomische Seite hat. Er ist überzeugt: Die Mikroökonomie hat die Wirtschaftswissenschaft verbessert.

Die Sendung steht ab 14.00 Uhr des Sendetages als Web Preview zur Verfügung.

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