Zucker: Süsses Geschäft

Immer mehr Länder bekämpfen die gesundheitlichen Folgekosten des Zucker-Konsums mit einer Zucker-Steuer. Dadurch geraten die Staatssubventionen, von denen die meisten Zucker-Produzenten weltweit abhängig sind, unter Beschuss. «ECO Spezial» über die Absurditäten einer Industrie.

Noch steigt der weltweite Konsum von Zucker stetig an. Doch der Mehrfrontenangriff auf die Zuckerproduktion setzt die Industrie immer stärker unter Druck. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) empfahl letzten Oktober den Ländern erstmals offiziell, eine Steuer auf Zucker einzuführen. Damit könne der Konsum sowie die die explodierenden Gesundheitskosten gesenkt werden.

Eine Steuer auf Zucker

Tatsächlich führen immer mehr Länder eine Steuer auf Zucker ein – jüngstes Beispiel ist Portugal. Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé und Migros reagieren auf die Kritik am Zucker mit Versprechen, den Zucker in ihren Produkten freiwillig zu reduzieren. «ECO» zeigt auf, wie wirksam die Zuckersteuer in Mexiko die Lust auf Süsses unterbindet, und wo Unternehmen an Grenzen stossen, wenn sie den Zucker aus ihren Produkten nehmen.

Ein absurdes System

Die meisten Länder – auch die Schweiz – sind noch nicht so weit. Sie besteuern nicht Zucker, sondern im Gegenteil: Sie subventionieren ihn. Historisch gewachsen und mit dem Argument der Versorgungssicherheit untermauert, wird der Zuckeranbau in rund 100 Ländern staatlich gefördert. Heute gibt es kaum noch Argumente dafür. Doch eine starke Lobby verhindert überfällige Reformen.

Ein globaler Player: Louis Dreyfus

Der Louis-Dreyfus-Konzern ist einer der drei grössten internationalen Player im internationalen Zuckerhandel und –produktion. «ECO» war mit dem Geschäftsleiter der Louis-Dreyfus-Tochter Biosev auf den Zuckerrohrplantagen in Brasilien unterwegs. Er zeigt auf, wieso der wettbewerbsfähige Zuckerproduzent Brasilien gegen die Subventionspolitik anderer Länder vorgeht.

Eine Industrie am Tropf: Schweizer Zuckerproduktion

In der Schweiz ist die Zuckerproduktion auch mit Subventionen von 100 Millionen Franken im Jahr nicht rentabel für Bauern und die Verarbeiterin Schweizer Zucker AG. Die Frage nach einem kompletten Ausstieg aus der Zuckerproduktion stellt sich nicht nur für einzelne Rübenbauern, sondern für die gesamte Schweizer Zuckerindustrie.

Reto Lipp präsentiert die Sendung aus der Zuckerfabrik Aarberg.

HINWEIS: Aus einem wissenschaftlichen Standpunkt beleuchtete die Sendung «Einstein» Zucker. Die Themen:

  • Moderator Tobias Müller verzichtet zwei Wochen lang auf Zucker – was geschieht?
  • Wir können nicht anders: Unsere Gene sind an der Lust auf Zucker schuld
  • Die Wissenschaft verschleiert die Gesundheitsrisiken von Zucker

«ECO» auf dem Weg des Zuckers

Artikel zum Thema