Bergsturz von Bondo – Wie gefährlich sind unsere Alpen?

Am 23. August 2017 donnern über drei Millionen Kubikmeter Fels ins Tal. Ein riesiger Murgang begräbt Teile des Dorfes Bondo unter sich. Acht Menschen sterben. Auch ein Jahr nach der Tragödie sind noch immer viele Fragen ungeklärt. Nach einer Zeit der Ruhe, ist der Piz Cengalo nun erneut in Bewegung.

«Einstein» fliegt als einziges Medium in das Sperrgebiet, wo die Katastrophe ihren Anfang nahm und rekonstruiert die Ereignisse anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. «Einstein»-Moderator Tobias Müller trifft die Bewohner, welche sich von der ständigen Gefahr vom Berg nicht einschüchtern lassen und zeigt die Situation an anderen Brennpunkten im Schweizer Alpenraum.

Beiträge

  • Was geschah am Piz Cengalo?

    Der Bergsturz war angekündigt. Man wusste, dass die Felsmassen innert Wochen oder Monate abstürzen würden. Was dann aber in Bondo geschah, überraschte die Experten trotzdem. Man sprach von einem Jahrhundertereignis. Denn es kam nicht nur trockenes Geröll vom Piz Cengalo, sondern ein riesiger Schuttstrom mit viel Wasser. Ein gewaltiger Murgang, der Teile des Dorfes zerstörte. Die zentrale Frage: Woher kamen diese Wassermassen? Bei bestem Wetter und stahlblauem Himmel? Ein Jahr nach dem Unglück zeigt Geologieprofessor Florian Amann bei «Einstein» zwei mögliche Theorien.

  • Auch andernorts bröckeln die Alpen – ein Worstcase-Szenario

    Bondo ist kein Einzelfall. Hohe Berge, Schnee und Eis, schmelzender Permafrost und andere Wetterphänomene: Dass Hänge rutschen und Gestein auf Gletscher stürzt, ist Alltag. In Nordgeorgien zum Beispiel schlittert nach einem Bergsturz ein ganzer Gletscher mit der Geschwindigkeit eines Jets zu Tal und begräbt mehrere Dörfer und ein ganzes Filmteam unter sich. Könnte Ähnliches auch in der Schweiz geschehen? Spezialisten wie Hugo Rätzo, Rutschungsexperte beim Bund, beobachten die Alpen. Er nimmt «Einstein» mit in die Walliser Moosfluh und zeigt, was alles passieren könnte.

  • Wie viel Risiko darf’s sein?

    In Herbriggen stehen die Uhren auf fünf vor zwölf. Hoch über dem Walliser Dorf droht ein chaletgrosser Felsbrocken abzustürzen. Die Gefahr ist erkannt. Die Experten warnen. Schutzprojekte sind geplant. Aber der Bau eines Damms zieht sich hin. Wird das Risiko zu wenig ernst genommen? «Mitnichten», sagt Sozialpsychologe Bernhard Streicher von der Universität Hall im Tirol. Klaffen die Einschätzungen zwischen Experten und Betroffenen auseinander, stecken ganz normale psychologische Phänomene dahinter.

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Produzent: Peter Höllrigl; Autorin: Karin Frei