Die Struktur der Lust

Die Libido ist für die Sexualwissenschaften bis heute ein grosses Rätsel: Wo entsteht Lust? Was löst Begierde aus? Und warum erlahmt die Libido in Langzeitbeziehungen? «Einstein» zeigt: Je mehr die Forschung über die Lust herausfindet, desto stärker geraten bestehende Vorstellungen ins Wanken. Die unbequeme Wahrheit ist: Für monogame Beziehungen ist die Biologie schlicht nicht ausgelegt.

Beiträge

  • Das Geheimnis der Libido

    Erstmals konnten Genfer Sexual-Forscher eine neuronale Karte der Lust zu entwerfen. «Bei sexuellem Verlangen werden unsere Gedächtnis-, Motivations- und Belohnungszentren aktiv - Lust entsteht also in den komplexesten Hirnarealen überhaupt», so Francesco Bianchi-Demicheli von der Universität Genf. Er räumt damit endgültig mit der Vorstellung auf, Lust sei ein unterleibsgesteuerter Trieb.

  • Die kulturellen Fesseln

    Das Bild der züchtigen und treuen Frau garantierte über Jahrhunderte die fundamentalste Grösse unserer Gesellschaft: Die monogame Ehe. Doch dieses Frauenbild ist überholt, denn die Biologie der Frau ist schlicht nicht für Monogamie ausgelegt. Medizinpublizist Werner Bartens: «Vor dem Eisprung stehen sie auf testosteron-strotzende Nussknacker-Visagen, danach eher auf weiche, häusliche Abfallsack-Runterträger.» Was heisst das für die Männer?

  • Der Lustknick

    Sind wir verliebt, macht uns ein Cocktail aus Dopamin, Serotonin und Adrenalin besinnungslos glücklich. In dieser Rosa-Brille-Phase ist Lustlosigkeit kein Thema. Doch sehr bald sehr wohl - und zwar ziemlich genau nach drei Jahren, wie eine neue Metastudie herausgefunden hat. Wer verliert eher die Lust am Partner? Mann oder Frau? «Einstein» kennt die erstaunliche Antwort.

  • Die Suche nach dem Glück

    Immer öfter suchen Paare Rat bei Sexual-Therapeuten. «Unsere Gesellschaft hält es für begründungspflichtig, wenn man keine Lust auf Sex hat» sagt Sexologe Ulrich Clement von der Universität Basel. «Einstein» zeigt ein Paar auf dem steinigen Weg zur Wiederbelebung der gemeinsamen Libido. Ulrich Clement: «Lust können wir nicht erzwingen, aber wir können Situationen schaffen, in denen sie wieder eine Chance kriegt.»

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Produzent: Mario Nottaris