Wieso darf man Rhabarber nur bis Mitte Juni ernten?

Rhabarber darf laut Bauernregel nur bis zum Johannistag, dem 24. Juni, geerntet werden. Ein Grund dafür soll eine giftige Säure im Rhabarber sein, die ab diesem Zeitpunkt rapide ansteigt.

Ein Bund Rhabarber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rhabarber hat zwischen April und Juni Saison. Colourbox

Rhabarber ist bekannt für seinen fruchtig-sauren Geschmack. Dieser rührt von Fruchtsäuren wie Apfel-, Zitronen- oder Oxalsäure her. Letztere ist aber das Schreckgespenst des Rhabarbers. Denn Oxalsäure ist in grösseren Mengen für den menschlichen Körper giftig. Sie fördert die Bildung von Nieren- und Blasensteinen und greift ausserdem den Zahnschmelz stark an. Um die Zähne nicht zusätzlich zu belasten, sollte man nach dem Rhabarber-Genuss mindestens eine halbe Stunde verstreichen lassen, bevor man die Zähne putzt.

Schlimmstenfalls könnte Oxalsäure sogar Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Bei einem erwachsenen Menschen beginnt die kritische Dosis bei etwa fünf Gramm. 100 Gramm Rhabarberstängel enthalten je nach Reife aber nur etwa zwischen 0,2 und 0,5 Gramm Oxalsäure. Am tiefsten ist der Gehalt bei jungem Rhabarber, er steigt mit zunehmender Reife an. Jedoch auch nach Mitte Juni bei weitem nicht so stark, dass Vergiftungserscheinungen auftreten könnten – immer vorausgesetzt man verzehrt den Rhabarber nicht in rauen Mengen.

Dass die Erntezeit des Rhabarbers am Johnnistag endet, hat deshalb kaum etwas mit dem zunehmenden Oxalsäuregehalt zu tun. Hauptgrund ist der Rhabarber selber. Die Gemüsebauern wollen die Pflanze über mehrere Jahre nutzen können. Das geht nur, wenn die Ernte Mitte Juni abgeschlossen wird. So gönnt man dem Rhabarber genügend Regenerationszeit, damit er auch im Folgejahr wieder reichlich Ertrag abwerfen kann.

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