Warum können Gläser bei heissem Wasser platzen?

Man kippt den frisch aufgebrühten Tee ins Glas und plötzlich ein «Klirr» und schon ergiesst sich der Tee über den Tisch. Schuld daran sind Spannungen, die durch das heisse Wasser ausgelöst werden.

Tee wird in Glas eingeschenkt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gehärtetes Glas ist auch gegen sehr heissen Tee gewappnet. Colourbox

Füllt man den heissen Tee in ein Glas, so wird die Innenseite des Glases sehr schnell erhitzt – es dehnt sich aus. An der Aussenseite des Glases geschieht dieser Vorgang weniger schnell. Das führt zu erheblichen Spannungen zwischen Innen- und Aussenseite, die das Glas zum Platzen bringen können.

Nun heisst es im Volksmund, dass ein Silberlöffel im Glas vor dem Bersten schützt. Tatsächlich ist Silber ein hervorragender Wärmeleiter. Es leitet Wärme etwa fünfmal schneller als Eisen. Um aber wirklich wirksam zu sein, müsste der Silberlöffel innerhalb weniger Sekunden sehr viel Wärme aufnehmen, beziehungsweise den Tee deutlich abkühlen. Und zwar so stark, dass keine grossen Spannungen zwischen Innen- und Aussenseite des Glases entstehen können. Doch das schafft der Löffel physikalisch nicht. Zumal grosse Teile des Glases schon mit dem heissen Tee in Berührung kommen, bevor der Löffel überhaupt richtig Wärme aufnehmen kann.

Verwendet man dagegen einen Behälter aus gehärtetem Glas, wird ihm der heisse Tee nichts anhaben können. Denn gehärtetes Glas ist robuster und dehnt sich weniger aus, als das gewöhnliche relativ spröde Glas. Somit treten beim gehärteten Glas die gefährlichen Spannungen zwischen Innen- und Aussenseite nicht auf.