Wie vernichtet man chemische Kampfstoffe?

Vernichtung der eigenen C-Waffen: Mit diesem Vorschlag wendete die syrische Regierung in letzter Minute einen Angriff der Amerikaner vorerst ab. Nun prüfen Experten die Machbarkeit dieser beispiellosen Aktion, denn das Vernichten dieser Waffen ist teuer, zeitaufwendig und kompliziert.

Arbeiter zerlegen eine Rakete in einer Vernichtungsanlage von chemischen Waffen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gefährlicher Job: Arbeiter zerlegen eine mit Senfgas gefüllte Rakete in einer Vernichtungsanlage. Wikipedia/U.S. Army Chemical Materials Agency

Um die gefährlichen Chemiewaffen zu vernichten, gibt es mehrere Methoden: Eine davon ist die Hydrolyse, bei der Experten den giftigen Kampfstoff mit einer Natronlauge vermischen. Dadurch teilt er sich wieder in seine ursprüngliche Ausgangsform auf und lässt sich danach vollständig biologisch abbauen.

Eine andere Variante ist, Kampfstoffe zu verbrennen. In speziellen Öfen verglüht man die Flüssigkeiten wie zum Beispiel Sarin unter grosser Hitze. Zahlreiche Schleusen und ein Containment-System sorgen dabei für Sicherheit und dafür, dass nichts nach aussen gelangt. In anderen Fällen lassen sich die Chemiewaffen auch durch eine Explosion beseitigen.

Die grosse Herausforderung besteht darin, das richtige Verfahren für die Menge und Art von Munition und Kampfstoff zu finden. Schlussendlich arbeitet man nämlich immer nach demselben Prinzip: Man trennt die Sprengsätze von den chemischen Stoffen und bohrt oder schneidet die Waffen auf. Dann saugen Pumpen die giftigen Flüssigkeiten heraus, damit sie zerstört werden können. All diese Arbeiten lassen sich nur in professionellen Industrieanlagen bewältigen – am besten dort, wo die Waffen gelagert sind.

Quelle: Stefan Mogl, Labor Spiez

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Vernichtung von Chemiewaffen

2:11 min, aus Tagesschau vom 12.9.2013