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Fünfmalklug Wie viel Macht haben Computer an den Börsen?

Innerhalb von Millisekunden können heute an den Börsen unzählige Kaufs- oder Verkaufsaufträge ausgeführt werden – gesteuert von Computern. Ein schnelles Geschäft, das boomt.

Börsenhändler.
Legende: Ein Börsenhändler an der Frankfurter Börse. Reuters

Früher dauerte es mindestens einige Sekunden, wenn nicht gar Minuten, bis ein Händler auf dem Börsenparkett seinen Kaufauftrag per Telefon in Empfang genommen und ausgeführt hatte. Heute werden innerhalb eines Wimpernschlag bis zu 5000 Transaktionen abgewickelt. Möglich macht das der sogenannte Hochfrequenzhandel mit komplexen Computeralgorithmen. Sie werten Nachrichten und Daten mit atemberaubender Geschwindigkeit aus und lösen Kaufs- oder Verkaufsorder aus. Dazwischen liegen häufig nur Bruchteile von Sekunden – und kleinste Gewinne, die sich aufgrund der hohen Anzahl der Transaktionen aber summieren.

Gemäss Schätzungen werden in den USA heute bereits zwischen 50 und 60 Prozent der Börsenumsätze über den Hochfrequenzhandel generiert. In Europa sind es etwa 40 Prozent. Laut der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange gibt es diesbezüglich hierzulande keine verlässlichen Angaben. Der Anteil in der Schweiz liege aber noch unter jenem von Europa.

Befürworter des Hochfrequenzhandels argumentieren, dass durch die unzähligen Transaktionen die Liquidität erhöht wird. Sprich, es wird mehr gehandelt, was die Preise stabiler macht. Gegner kritisieren die unwägbaren Risiken der Computer. So trug der Hochfrequenzhandel zum «Flash-Crash» vom Mai 2010 bei. Eine Verkaufswelle – getrieben durch viele automatisierte Verkäufe – sorgte damals dafür, dass der US-Börsenindex Dow Jones innerhalb weniger Minuten kurzzeitig um mehr als neun Prozent absackte. 1,3 Milliarden Wertpapiere wechselten den Besitzer: sechs Mal mehr als üblich.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Brunner, Lachen
    Macht haben nicht die Computer, sondern die Leute, Banken, Firmen mit viel Geld. Die Algorithmen sind ja menschgemacht und die Computer übernehmen die Macht nur im Science-Fiction Thriller. Wenn man HFT verbietet wird das Geld hat wieder manuell verschoben, und da gab es grössere Tagescrashs (1987 etc.) als dieser ominöse Flashcrash.
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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Mit Algorithmen können über verschiedene mathematische Modelle Kurse extrapoliert werden. Was die Algorithmen nicht auffangen können, sind die zum Teil irrationalen menschlichen Reaktionen auf Börsenereignisse. Wenn eine starke Mehrheit von Trades via Algorithmen gehandelt werden dann könnte bei ähnlichen Algorithmen eine Beruhigung entstehen und bei stark divergierenden Algorithmen käme eine enorme Volatilität. Am besten machen wir fixe Werte pro Quartal anhand des inneren Wertes - Casino zu.
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    1. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      Die Aktien sind nur so hoch, weil der innere Wert des Geldes gegen 0 tendiert. Wenn die Maschinen resp. Algorithmen aber stark divergieren und es zu einem Crash oder extremen Übertreibung kommt, werden die smarten Menschen immer überlegen sein und dies ausnutzen, ein Buffet und ähnliche werden dann kaufen oder verkaufen. Von daher habe ich keine Angst vor diesen Algorithmen, zumindest nicht langfristig.
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