«Einstein» vom 16.2.2017

Die Welt verstädtert. Bis 2030 werden mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Agglomerationen leben. Die Platznot in den Metropolen ist schon heute gross.

«Verdichtung» heisst das Zauberwort: Bisher vor allem in die Höhe – doch immer mehr Experten sehen die Zukunft im Untergrund. «Einstein» zeigt Menschen, Visionen und Technologien, die den unterirdischen Raum erobern. Für Infrastruktur, Landwirtschaft, Industrie – und als komplett neuen Lebensraum.

Beiträge

  • Underground City Montreal – ein Modell für die Zukunft?

    Temperaturen bis minus 20 Grad, mehr als zwei Meter Schnee pro Jahr: Die Stadt im Südosten Kanadas hat ihre Antwort darauf längst gefunden: Unter dem Zentrum bietet die grösste Untergrund-Stadt der Welt Schutz vor Wind und Wetter. Über 30 Kilometer können die Bürger zu Fuss oder mit der Metro zurücklegen, ohne ins Freie zu müssen. Ein kaum überblickbarer Mikrokosmos aus Durchgängen, Einkaufszentren, Wohnhäusern und Kulturbetrieben. «Einstein» trifft jenen Mann, der die Entstehung des unterirdischen Systems in den letzten 30 Jahren als Stadtplaner massgeblich geprägt hat.

  • Unternehmen im Untergrund

    Im Untergrund zu bauen gilt als extrem teuer und unberechenbar. Investoren fürchten Kostenüberschreitungen und nicht eingehaltene Terminpläne. «Einstein» zeigt zwei unterschiedliche Firmen, die durch den Gang in den Untergrund Land- und Energienutzung minimieren und dadurch auch noch bares Geld sparen. Eine Hightech-Fabrik und ein Landwirtschaftsbetrieb machen vor, welches Potenzial im Boden wartet.

  • Eine U-Bahn für Güter

    «Cargo Sous Terrain» will den Güterverkehr revolutionieren – mit einem unterirdischen Transportsystem. Bis 2018 soll ein rund 67 Kilometer langer Logistik-Tunnel Härkingen/Niederbipp mit Zürich verbinden. So will «Cargo Sous Terrain» die Hauptverkehrsachsen zwischen Zürich und Bern entlasten. Güter unter der Erde verfrachten – die Idee ist nicht neu. Seit 40 Jahren transportiert das Universitätsspital Basel Material unterirdisch –mit Hilfe von Robotern. Das System funktioniert effizient und reibungsfrei. «Einstein» mit einem spannenden Vergleich.

  • Dominique Perrault, Architekt des Untergrunds

    Mit der Französischen Nationalbibliothek in Paris ist er zum Stararchitekten geworden: Dominique Perrault. Der Megabau markiert den Beginn seiner Leidenschaft für das Bauen im Untergrund. Lesesäle und sogar einen ganzen Wald hat er unter die Erde gesetzt. Es folgten Projekte wie eine Universität, die Perrault unter einen Park gebaut hat. Oder ein Stadtplatz, bei dem ein ausgeklügeltes System Licht 20 Meter unter den Boden bringt. Perrault plädiert dafür, dass Architekten im Untergrund bauen. Auch damit oben Freiräume entstehen können.

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Produzent: Anatol Hug; Autoren: Simon Joller, Martina Mieth, Thomas von Grünigen