«Arrival» - Ankunft der Ausserirdischen

«Arrival» ist nicht nur Denis Villeneuves («Sicario») bester Film, sondern auch der beste Sciencefiction-Film seit «Avatar». Das Drehbuch überzeugt restlos und überrascht mit Wendungen, die man nicht kommen sieht.

Louise Banks (Amy Adams) lernt, mit Ausserirdischen zu kommunizieren.
Bildlegende: Louise Banks (Amy Adams) lernt, mit Ausserirdischen zu kommunizieren. Walt Disney

«Ich dachte, das sei der Anfang deiner Geschichte», lautet der erste Satz des Films und bezieht sich auf die Geburt der Tochter von Louise Banks (Amy Adams). Doch das Mädchen stirbt im Teenageralter. Banks wird also als gebrochene Heldin eingeführt, die nichts mehr zu verlieren hat.

Deshalb wirkt es glaubwürdig, als die Sprachwissenschaftlerin einwilligt, bei einem Treffen mit Ausserirdischen als Dolmetscherin zu fungieren. Und weil der ins Raumschiff mitgebrachte Kanarienvogel immer munter zwitschert, zieht sie irgendwann den Schutzanzug aus.

Aliens mit sieben Krakenarmen
Die Aliens sehen wie siebenarmige Kraken aus, die in einer nebligen Atmosphäre hinter einer Glaswand rätselhafte Kreiszeichen absondern. Tintenfische quasi, die mit der eigenen Tinte schreiben. Ein selbstironisches Augenzwinkern zur menschlichen Fantasie.

Als Banks die Kreiszeichen immer besser versteht, fragt sie die Aliens: «Warum seid ihr hier?» Die Antwort: «Waffe anbieten.» Wer soll wem eine Waffe anbieten? Und geht es wirklich um eine Waffe oder nicht eher um ein Werkzeug? Übersetzen ist ja immer auch interpretieren.

Intelligente Sciencefiction
Natürlich beginnen die anwesenden Militärs nach diesem Dialog zu hyperventilieren. Immerhin sind zwölf der gigantischen Raumschiffe rund um den Globus angekommen. Die Angst vor einem Angriff der Aliens ist gross.

Es ist schwierig, von «Arrival» zu schwärmen, ohne entscheidende Handlungselemente zu verraten. Damit jeder dieselben Überraschungen im Kino erleben kann wie ich, bleibe ich sehr allgemein und sage einfach: Das Drehbuch ist grossartig. Kamera, Regie, Schnitt, Schauspiel, Musik – alles ist top. Wer auf intelligente Sciencefiction steht, muss «Arrival» sehen.

Trailer E / Trailer D / Filmbär auf Facebook

Autor/in: Reto Baer