Einmal Huhn mit Pflaumen, bitte!

2007 feierte die iranische Künstlerin Marjane Satrapi als Regisseurin mit der Animations-Verfilmung ihres Comics «Persepolis» internationale Erfolge. Der Film gewann den Preis der grossen Jury an den 60. Internationalen Filmfestspielen von Cannes und wurde sogar für einen Oscar nominiert.

Ihr zweiter Film basiert wie «Persepolis» auf einer von ihr gezeichneten Vorlage: Der Graphic Novel «Poulet aux prunes». Auch diese Produktion hat sie mit ihrem Regie-Kollegen Vincent Paronnaud zusammen gedreht. Die Beiden entschieden sich jedoch dieses Mal keinen Animationsfilm zu machen - zumindest nicht komplett.

Inspiriert durch die Familien Geschichte

Nasser Ali Khan ist der Violinist seiner Zeit, und niemand auf der Welt kann ihm das Wasser reichen. Als seine geliebte Violine zu Bruch geht, verliert Nasser auch die Fähigkeit zu spielen. Keine Violine kann sie ersetzen, somit ist sein Leben zerstört, und er beschliesst zu sterben. Im Sterbebett lässt Nasser sein Leben noch einmal Revue passieren.

Nachdem Marjane Satrapi in «Persepolis» ihre eigene Lebensgeschichte verarbeitet hat, ist die Story von «Poulet aux Prune» nur am Rande mit ihrer Familiengeschichte verknüpft: Der Bruder ihres Grossvaters war wie Nasser ein begnadeter Musiker, und ist unter ungeklärten Umständen gestorben.

Ein bisschen wie Amélie

Die Optik des Filmes ist eigenwillig faszinierend. Auch die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird begeistert (ein Vergleich zu "Die fabelhafte Welt der Amélie" ist gewagt, aber durchaus angebracht). Die Hauptrolle spielt kein geringerer als der grandiose französische Schauspieler Mathieu Almaric als Violinist Nasser Ali Khan. Er und seine Schauspieler Kollegen überzeugen auf der ganzen Linie.

"Poulet aux prunes" ist ein wunderschön tragisches Liebes-Märchen, welches zu verzaubern mag. Die visuelle Inszenierung und die Erzählweise, die immer von einem ironischen Augenzwinkern begleitet wird, machen aus dieser Geschichte etwas ganz besonderes.

Jérôme Brunner

« Poulet aux prunes » startet am 29.12.2011 in den Deutsch-Schweizer Kinos.