«Everest» - Bergsteiger-Drama mit Top-Stars

  • Montag, 14. September 2015, 14:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 14. September 2015, 14:03 Uhr, Radio SRF 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 19. September 2015, 12:14 Uhr, Radio SRF 3

Nach einer etwas langen Anlaufzeit bietet «Everest» spannende Dramatik, als eine Gruppe von Bergsteigern in ein heftiges Unwetter gerät. Baltasar Kormákurs Film basiert auf wahren Ereignissen.

Bergführer Rob Hall (Jason Clarke) und seine Gruppe geraten am Mount Everest in ein Unwetter.
Bildlegende: Bergführer Rob Hall (Jason Clarke) und seine Gruppe geraten am Mount Everest in ein Unwetter. Universal

Die Fakten sind bekannt: 1996 sind acht Personen von zwei Everest-Expeditionen, die sich für den Aufstieg zum Gipfel zusammengeschlossen hatten, in einem Unwetter umgekommen. Das Happy End ist also von vornherein gestrichen.

Bis dann aber die dramatischen Situationen am Berg geschildert werden, vergeht ziemlich viel Zeit. Und in dieser Zeit wird etwas viel geredet, ohne dass man die verschiedenen Bergsteiger wirklich kennenlernt.

Unterbeschäftigte Stars
Hier zeigt sich die Krux dieser Geschichte, die auf Tatsachen beruht. Es sind einfach zu viele Figuren. Top-Stars wie Keira Knightley, Jake Gyllenhaal, Robin Wright oder Sam Worthington wirken eher unterbeschäftigt. Der Protagonist, Bergführer Rob Hall, wird vom weniger bekannten Jason Clarke verkörpert.

Das interessanteste am Film ist die Kritik an der Kommerzialisierung der Everest-Besteigung. So kam es unter anderem zum Disaster, weil am 10. Mai 1996 ganze 34 Leute auf den Gipfel wollten, was bei Kletter-Engpässen längere Wartezeiten zur Folge hatte. Zusammen mit dem Sturm führte dies dazu, dass diverse Leute nicht mehr vor Einbruch der Nacht zum obersten Basislager zurück konnten.

Studio und Originalschauplätze
Hat man einen Bergfilm gesehen, hat man alle gesehen: Irgendwelche Schauspieler kraxeln an irgendwelchen Kulissenfelsen im Kunstschnee herum. Das ist auch bei «Everest» der Fall, und manchmal erkennt man die Studioaufnahmen etwas zu gut. Sie werden aber mit sehr guten echten Bergaufnahmen kombiniert.

Das 3D, das alles noch dramatischer machen sollte, ist eher hinderlich. Denn Schneegestöber mit der 3D-Brille anzuschauen, überfordert offenbar unser Hirn. Wenn der Film dann noch auf die Tränendrüsen drückt, wird es etwas viel.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer