«Femen – Mit Leib und Seele» - Busen als Waffe

  • Montag, 19. Mai 2014, 14:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 19. Mai 2014, 14:03 Uhr, Radio SRF 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 24. Mai 2014, 12:03 Uhr, Radio SRF 3

Eigentlich müsste der Dok-Film Oxana Shachko heissen, denn von ihr handelt «Femen - Mit Leib und Seele». Sie ist die künstlerische Leiterin der feministischen Protestbewegung aus der Ukraine.

Oxana Shachko ist die künstlerische Leiterin der Femen-Frauen.
Bildlegende: Oxana Shachko ist die künstlerische Leiterin der Femen-Frauen. Filmcoopi

Der Westschweizer Dok-Filmer Alain Margot rückt Oxana Shachko ins Zentrum, jene junge Frau, die 2009 ihren Kolleginnen von Femen vorschlägt, mit entblössten Brüsten gegen Pornografie zu demonstrieren. Das Medienecho ist, wenig überraschend, gross. Deshalb wird der Oben-ohne-Protest zum Femen-Markenzeichen.

Zu sehen, wie die religionsfeindliche Oxana Shachko im einen Moment mit feinsten Pinseln Heiligen-Ikonen malt, im nächsten mit groben Pinselstrichen Masken oder Transparente für Femen-Aktionen fabriziert, ist durchaus faszinierend.

Fehlende Kritik
Doch mit der Zeit vermisst man den kritischen Blick. Auch der fragwürdige Moment, als Inna Shevchenko bei einem Femen-Protest gegen die Inhaftierung von Pussy Riot ein orthodoxes Holzkreuz mit der Motorsäge fällt, bleibt völlig unkommentiert.

Der Film, der die Jahre 2010 bis 2013 umfasst, zeigt bloss die Konsequenzen. Diverse Femen-Aktivistinnen fliehen wegen drohender Haftstrafen aus der Ukraine. Die meisten, auch Oxana Shachko, landen in Paris, von wo aus sie heute die Femen-Aktionen lenken.

Spannender Einblick
Visuell ist «Femen Mit Leib und Seele» ein schöner und sorgfältig gemachter Dok-Film. Auch die Konzentration auf die einflussreiche Oxana Shachko wirkt stimmig. Aber Alain Margot, Kameramann und Regisseur, kann und will seine Begeisterung für Femen nicht verstecken. Das führt halt zum Eindruck, dass der Film unkritisch ist.

Nie wird auch nur eine Aktion der Femen-Frauen in Frage gestellt, auch nicht ihre teils nicht ganz durchdachten Parolen nicht. Immerhin bietet der Film einen echten Einblick in den innersten Femen-Kern. 3 von 6 Filmbären.

Trailer

Autor/in: Reto Baer