«Frau Müller muss weg» - Fünf gegen eine

Sönke Wortmanns «Frau Müller muss weg» ist eine der besten und bissigsten deutschen Komödien seit langem. Darin führt Anke Engelke als dominante Karrierefrau eine Gruppe Eltern in den Kampf gegen eine unerwünschte Lehrerin.

Die glorreichen Fünf gegen eine Lehrerin.
Bildlegende: Die glorreichen Fünf gegen eine Lehrerin. Pathé

«Das Leben fängt an, wenn der Hund tot ist und die Kinder aus dem Haus sind. Deutsches Sprichwort.» So beginnt der Film und holt schon mal einen ersten Lacher. Wer dann aber einen dämlichen Klamauk erwartet, täuscht sich. «Frau Müller muss weg» ist eine clevere Komödie über Eltern, die nur das Beste für ihr Kind wollen.

Das Beste ist in diesem Fall der Übertritt ans Gymnasium. Und weil die Eltern der Schülerinnen und Schüler von Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide) glauben, die Lehrerin gebe nicht ihr Bestes für die Kinder, wollen sie sie zum Rücktritt bewegen.

Aufmarsch gegen die Lehrerin
Eine Delegation von zwei Vätern und drei Müttern pilgert also an einem Samstag in die leere Juri Gagarin Grundschule in Dresden. Jessica Höfel (Anke Engelke) schwingt sich zur Sprecherin auf und bittet die anderen, das Reden ihr zu überlassen und vor allem nicht über das eigene Kind zu diskutieren.

Wie man sich vorstellen kann, ist die Taktik zwar gut, aber schlichtweg nicht umsetzbar. Alle wollen ihren Senf dazu geben. Doch Frau Müller gibt nie klein bei und lässt die keifenden Eltern stehen. Jetzt gehen die Diskussionen erst richtig los.

«Fack Ju Göhte» für Erwachsene
Drehbuchautor Lutz Hübner und Regisseur Sönke Wortmann spitzen das Thema Leistungsdruck auf überforderte Eltern zu. Die entlarvenden Dialoge sind oft schneidend komisch und nicht selten bissig und sarkastisch.

«Frau Müller muss weg» fetzt richtig. Die Komödie ist rasant, frech, intelligent und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Die Schlusspointe ist schlicht der Hammer. Man könnte sagen, der Film ist wie «Fack Ju Göhte» für Erwachsene. Kino-Pflichtprogramm für Eltern. 5 von 6 Filmbären.

Trailer / Anke Engelke spricht Walisch / Filmbär auf Facebook