«Grace of Monaco» - Prinzessin als einsame Kämpferin

Nicole Kidman bemüht sich in der Titelrolle «Grace of Monaco», wirkt aber sonderbar unterkühlt. Die Fürstenfamilie der Grimaldis will nichts mit dem Film zu tun haben, er sei «historisch ungenau» und teils «reine Fiktion».

Alfred Hitchcock (Roger Ashton-Griffiths) bietet Grace Kelly (Nicole Kidman) die Hauptrolle in «Marnie» an.
Bildlegende: Alfred Hitchcock (Roger Ashton-Griffiths) bietet Grace Kelly (Nicole Kidman) die Hauptrolle in «Marnie» an. Ascot Elite

Was an Olivier Dahans «Grace of Monaco» auffällt: Der Grund, warum aus dem Hollywood-Star Grace Kelly (Nicole Kidman) eine Prinzessin wurde, ist so gut wie inexistent. Fürst Rainier III. (Tim Roth) kommt nur selten vor. Dieses Biopic ist eine One Woman Show, eine Glorifizierung.

Dabei wird gezeigt, wie Grace Hitchcocks Angebot, die Hauptrolle in «Marnie» zu spielen, gerne annehmen würde, aber in einen Interessenkonflikt gerät. Denn ihr Mann steckt 1962 mitten in einer politischen Krise: Präsident Charles de Gaulle will, dass Monacos Bürger Steuern an Frankreich zahlen.

Nicole Kidman nicht ideal
Dem Film zufolge spielte nicht Fürst Rainier, sondern Grace die entscheidende Rolle, um den Konflikt beizulegen. Dies und Tim Roths eher kalte Darstellung des Fürsten dürfte den Grimaldis nicht gefallen haben, deshalb haben sie den Film in Cannes boykottiert.

Aber auch Nicole Kidman wirkt eher kühl und passt nicht wirklich in die Rolle der Grace Kelly. Als Schriftstellerin Virginia Woolf hat sie in «The Hours» (2002) weit mehr überzeugt. Trotzdem bietet der Film recht spannende Unterhaltung. 4 von 6 Filmbären.

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Autor/in: Reto Baer