«Green Room» - Horror ohne Monster

Jeremy Saulniers unglaublich dichter Thriller «Green Room» braucht keine Monster, um echtes Horror-Feeling zu kreieren: Ein paar gewaltbereite Neonazis, die eine Punk-Band festhalten, reichen. Hauptpreis am Neuenburger Festival des Fantastischen Films (NIFFF).

Dumm gelaufen: Die Punkmusiker werden im Backstage-Raum festgehalten.
Bildlegende: Dumm gelaufen: Die Punkmusiker werden im Backstage-Raum festgehalten. Praesens

Die Punkband Ain't Rights tingelt eher erfolglos durch die USA und nimmt jede Auftrittsmöglichkeit an. Deshalb landen sie an einer Hundsverlocheten und realisieren erst vor Ort, dass alle im Publikum Neonazi-Skins sind.

Statt den Schwanz einzuziehen, spielen die Musiker den Dead-Kennedys-Song «Nazi Punks Fuck Off», was natürlich nicht gut ankommt. Aber es wird noch schlimmer: Als sie nach dem Auftritt in den Garderobenraum kommen, liegt dort eine Frauenleiche.

Fingernägel-kau-Spannung
Das passt dem Chef der Location (Patrick Stewart, wahlweise als Professor X oder Captain Picard bekannt) natürlich gar nicht, weshalb er die geschockten Musiker in dem grünen Raum festhält. Grün ist die Hoffnung, von wegen. Rot ist angesagt, weil ganz viel Blut fliesst bei den Fluchtversuchen der Band.

Jeremy Saulnier inszeniert den Thriller unzimperlich, düster und unglaublich dicht. Da beginnen selbst gelassene Zuschauer, Fingernägel zu kauen, so spannend ist «Green Room». Und Anton Yelchin und Imogen Poots als zwei der ums Überleben Kämpfenden machen eine sehr gute Figur.

Trailer Ed / Szene & Trailer D / Szene E

Autor/in: Reto Baer