Horrortrip im Wald

Der Slasher-Film «One Way Trip» ist der erste Schweizer Langspielfilm in 3D. Handwerklich ein gelungener Genre-Film, inhaltlich jedoch nicht sonderlich überraschend.

Wären sie nach dem Sammeln nur erst zum Pilzkontrolleur gegangen…
Bildlegende: Wären sie nach dem Sammeln nur erst zum Pilzkontrolleur gegangen… Ascot Elite

«Cargo» hat bewiesen, dass man auch in der Schweiz einen Sciencefiction-Film realisieren kann. «Sennentuntschi» hat gezeigt, dass es hierzulande auch möglich ist, einen Horrorfilm zu drehen. Und «One Way Trip» belegt nun, dass Schweizer auch 3D im Griff haben.

So weit so gut, aber ist «One Way Trip» auch ein guter Film? Nicht wirklich. Er kommt daher wie ein Hollywood-Horrorfilm nach dem Strickmuster «einige junge Menschen werden der Reihe nach dahin gemetzelt».

Melanie Winiger als Mörderin

In diesem speziellen Fall sind es ein paar Jugendliche, die in den Jura fahren, um Magic Mushrooms zu suchen und einen coolen Drogentrip zu erleben. Statt Halluzinationen kommen jedoch eine böse Killerin und ihr unheimlicher Vater.

Nach dem Thriller «Im Sog der Nacht» hat Markus Welter «One Way Trip» solid inszeniert, doch man merkt dem jungen Ensemble an, dass es frisch von der Schauspielschule kommt. Und die schöne Melanie Winiger als entstellte Mörderin? Naja.

Gartenschere und Sense

Wie meistens bei solchen Filmen wartet der Schluss mit einer überraschenden Wendung auf. Diese wirkt aber so an den Haaren herbei gezogen, dass die sonst schon arg strapazierte Wahrscheinlichkeit voll und ganz auf der Strecke bleibt.

Wenn man an der Chilbi auf die Geisterbahn geht, weiss man auch, was man fürs Geld bekommt. Genau so ist es nun halt auch bei «One Way Trip». Wer es mag, wenn Gartenscheren und Sensen zweckentfremdet werden, der soll ins Kino. Allen anderen empfehle ich Pilze sammeln im Wald.

«Box-Office»-Beitrag von SF

Autor/in: Reto Baer