«Le tout nouveau testament» zeigt Gott als fiesen Tyrann

Jaco Van Dormael inszeniert in «Le tout nouveau testament» Benoît Poelvoorde als sadistischen Gott, der mit Frau und Tochter in einer miefigen Brüsseler Wohnung lebt. Darf man das? Als Christ schon.

Gott (Benoît Poelvoorde) mit Frau (Yolande Moreau) und Tochter (Pili Groyne).
Bildlegende: Gott (Benoît Poelvoorde) mit Frau (Yolande Moreau) und Tochter (Pili Groyne). Frenetic

Morgan Freeman («Bruce Almighty»), Alanis Morisette («Dogma») und Groucho Marx («Skidoo») haben schon mal Gott gespielt. Jetzt wagt sich auch Benoît Poelvoorde an die Rolle der Rollen. Und zwar spielt er Gott in «Le tout nouveau testament» als schadenfreudigen Tyrannen. Auf gut Deutsch: Sein Gott ist ein richtiges Arschloch.

Gottes Tochter Ea (Pili Groyne) rebelliert gegen den Sadismus ihres Vaters, der die Menschen leiden lässt. Sie hackt sich in seinen Computer und teilt allen Menschen per SMS mit, wie lange sie noch zu leben haben. Das bringt die meisten ausser einen gewissen Kevin dazu, den Rest ihres Lebens sinnvoll zu nutzen.

Die schrägste Komödie über Gott
Weil dadurch sein ausgetüfteltes System, die Menschen zu quälen, nicht mehr funktioniert, nimmt Gott Eas Verfolgung auf. Sie ist auf Rat ihres Bruders Jesus (David Murgia) abgehauen, um Apostel zu suchen, die für sie ein brandneues Testament schreiben.

Nur ein Autorenfilmer wie Jaco Van Dormael, der schon so köstliche Kinomärchen wie «Toto le héros» und «Le huitième jour» schuf, kann sich so verrückte Dinge ausdenken. «Le tout nouveau testament» ist definitiv die schrägste Komödie über Gott, hat aber auch einen ähnlich zauberhaften Charme wie «Amélie». 5 von 6 Filmbären.

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