Lustig ist das Muslimleben

«The Infidel» ist eine englische Komödie, die am laufenden Band Witze über Muslim und Juden macht. Das ist zum Schreien komisch und - was man vielleicht nicht denken würde - ein echter Beitrag zur Völkerverständigung.

Mahmud (Omid Djalili, Mitte) stürzt in eine Identitätskrise, die sogar die Polzei auf den Plan ruft.
Bildlegende: Mahmud (Omid Djalili, Mitte) stürzt in eine Identitätskrise, die sogar die Polzei auf den Plan ruft. Ascot Elite

Dass Humor frech und bissig und trotzdem herzerwärmend sein kann, beweist die englische Satire «The Infidel». Obwohl man 105 Minuten lang über Muslim und Juden lacht, fühlt man sich nie im falschen Film. Denn «The Infidel» ist weder islamfeindlich noch antisemitisch.

Der Film ist vielmehr eine liebevolle Entlarvung menschlicher Schwächen. Insofern tut diese Komödie mehr zur Völkerverständigung als manch gut gemeinte Aktion. Denn das, worüber man lachen kann, macht letztlich keine Angst mehr.

Als Baby adoptiert

Die Handlung geht so: Mahmud (Omid Djalili) lebt als pakistanischer Muslim der zweiten Generation in London. Als er nach dem Tod seiner Mutter ihre Dokumente ordnet, entdeckt er zufällig seine eigene Geburtsurkunde, die ihn als Solly Shimshillewitz ausweist.

Mahmud ist also gebürtiger Jude, der als Baby von einer Muslim-Familie adoptiert wurde. Verständlich, dass ihn diese neue Erkenntnis in eine Identitätskrise stürzt. Nun macht Mahmud sich auf die Suche nach seinem «richtigen» Vater.

Pointen-Feuerwerk

«The Infidel» heisst soviel wie «Der Ungläubige», genau als solchen sieht sich Mahmud von einem Tag auf den andern. Mahmuds Suche nach seinen eigentlichen Wurzeln entwickelt sich zu einem herrlich komischen Plädoyer für Religionstoleranz.

Der in England bekannte Bühnen- und Fernsehkomiker Omid Djalili glänzt in der Hauptrolle. Wie er sich von einem jüdischen Taxifahrer ins Judentum einführen lässt, ist etwas vom Witzigsten, was man in jüngster Zeit im Kino sehen konnte.

Autor/in: Reto Baer