«Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst»

«Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst» ist ein Glücksfall. Nicht nur weil Regisseurin Lisa Immordino Vreeland verloren geglaubte Interview-Bänder wieder entdeckte, sondern auch weil der Dok-Film als schillernde Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts funktioniert.

Peggy Guggenheim hat eine der bedeutendsten Kunstsammlungen zusammengestellt.
Bildlegende: Peggy Guggenheim hat eine der bedeutendsten Kunstsammlungen zusammengestellt. DCM

«Moderne Kunst interessierte mich von dem Moment an, als ich ihr begegnete», erklärt Peggy Guggenheim (1898 – 1979) zu Beginn des Films. «Ich wurde süchtig danach.» Dass wir die Stimme der berühmtesten Kunstsammlerin des 20. Jahrhunderts hören, ist nicht selbstverständlich. Denn die Bänder der Interviews, die die Biografin Jacqueline Bogard Weld 1978 und 79 mit ihr führte, galten als verloren.

Regisseurin Lisa Immordino Vreeland fand sie in einem Schuhkarton in Welds Keller. Die Tonqualität ist zwar nicht berauschend, doch das macht der Film durch die kreative Montage und die köstlichen Statements von Kunstexperten wett.

Unterhaltende Kunstgeschichte
Der eine Kunstexperte sagt etwa, Peggy Guggenheim habe ihre Sammlung «für die lächerliche Summe von 40‘000 Dollar» erstanden, der andere erklärt, ihre Sammlung habe heute Milliarden wert. Solche Momente prägen sich unmittelbar ein.

Der Film zeigt Peggy Guggenheim als reiche Aussenseiterin, die sich zu exzentrischen Künstlern hingezogen fühlte. Und sie kannte sie alle: Max Ernst, Jackson Pollock, Pablo Picasso u.v.a. So macht Kunstgeschichte Spass.

Trailer E / Trailer Ed / SRF Porträt

Autor/in: Reto Baer