«Philomena» - Bestes Schauspielerkino

Wer Judi Dench vor allem als James Bonds Chefin M kennt, wird in «Philomena» einer völlig anderen Frau begegnen. Die 79-jährige Charakterdarstellerin ist ebenso für einen Oscar nominiert wie das Drehbuch, die Musik und die Produzenten in der Kategorie «bester Film».

Martin Sixsmith (Steve Coogan) hilft Philomena Lee (Judi Dench) bei der Suche nach ihrem verlorenen Sohn.
Bildlegende: Martin Sixsmith (Steve Coogan) hilft Philomena Lee (Judi Dench) bei der Suche nach ihrem verlorenen Sohn. Pathé Films

Alles hätte wie bisher weitergehen können, wäre Philomena Lee (Judi Dench) am 50. Geburtstag ihres Sohnes nicht das Herz schwer geworden. Zum ersten Mal bricht sie ihr Schweigen und verrät ihrer Tochter Jane (Anna Maxwell Martin), dass sie einen Halbbruder habe.

Um der öffentlichen Schande zu entgehen, haben ihre Eltern Philomena verstossen und in ein irisches Kloster geschickt. Dort kam ihr unehelicher Sohn Anthony 1952 zur Welt und wurde gegen ihren Willen zur Adoption freigegeben. Seither hat sie ihn nie mehr gesehen.

Wärme und Würde
Der arbeitslose ehemalige BBC-Journalist Martin Sixsmith (Steve Coogan) hilft ihr, den verlorenen Sohn in den USA aufzuspüren. Eine Zeitungsredaktion übernimmt die Kosten in der Hoffnung auf eine rührselige Story. Stattdessen deckt Sixsmith einen veritablen Skandal auf.

Wer Schauspielerkino und Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, liebt, der kommt bei Stephen Frears «Philomena» voll auf seine Kosten. Judi Dench spielt die einfach gestrickte Irin oscarwürdig und verleiht der tragischen Geschichte Wärme und Würde. 5 von 6 Filmbären.

Englischer Trailer                    Deutscher Trailer                       Feature über Judi Dench

Autor/in: Reto Baer