«Polder - Become A Game» - Mit der App ins und ums Kino

Der Schweizer SF-Film «Polder – Become a Game» bietet dank der App «Der Polder» ein erweitertes Kinoerlebnis: Audiowalks rund ums Kino und zusätzliche Dystopien.

Eintauchen in eine phantastische Welt: mit dem Film und der dazugehörigen App.
Bildlegende: Eintauchen in eine phantastische Welt: mit dem Film und der dazugehörigen App. Filmcoopi

Ein Polder ist laut John Clutes «Encyclopedia of Fantasy» «eine Enklave verdichteter Wirklichkeit, die durch magische Grenzen von der umgebenden Welt getrennt ist». Bevor er gestorben ist, hat Marcus versucht, so einen Ort im «Roten Buch» einzubauen, einem neuen Gadget, welches das ultimative Spielerlebnis bietet.

Die Game-Firma Neuroo-X will das Gadget unbedingt auf den Markt bringen, obwohl es mit Testpersonen zu Komplikationen kam. Als Marcus' Witwe Ryuko auf seinem alten Laptop in die Welt des Spiels eintaucht, kann sie bald nicht mehr zwischen Fantasie und Realität unterscheiden.

Verwischte Grenzen
Ganz ähnlich ergeht es dem Zuschauer. Schon mit der App auf dem Audiowalk ums Kino taucht man in die phantastische Welt des Spiels ein. Indem man sich von einer Stimme führen lässt, die die reale Umgebung kommentiert, beginnt das Verwischen zwischen Realität und Fantasie also bereits vor Filmbeginn.

Im Kino kommt man dann zum Schluss, die farbigen Szenen gehörten zum Game, die schwarzweissen zur Realität. Aber bald ist man sich nicht mehr so sicher. «Polder» bietet ein faszinierend innovatives Kinoerlebnis. In gewissen Vorstellungen tauchen sogar noch Schauspieler in Fleisch und Blut auf und fordern das Publikum mit philosophischen Fragen heraus.

Innovative Schweizer
Am 13. Oktober wird auch der Thriller «Late Shift» der Schweizer Firma CtrlMovie in die Kinos kommen, bei dem die Zuschauer mittels einer App alle paar Minuten entscheiden können, wie der Film weitergehen soll.

So interaktiv ist «Polder» zwar nicht, dennoch erhält der Zuschauer ebenfalls ein Erlebnis, das übers reine Filmkonsumieren hinausgeht. Transmedia Projekt nennen das die Regisseure Samuel Schwarz und Julian M. Grünthal. Dass beide Filme Schweizer Produktionen sind, ist erfreulich. Der Hollywood-Film «Nerve» (Kinostart: 8. September) über ein Online-Game kommt zum Beispiel noch ohne App daher.

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Autor/in: Reto Baer