«Ricki and the Flash» - Meryl Streep als Rocksängerin

Musikfan Jonathan Demme hat Spielfilme gemacht wie «Philadelphia», der Bruce Springsteen einen Oscar einbrachte, und Konzertfilme wie «Stop Making Sense» oder «Neil Young Trunk Show». «Ricki and the Flash» ist nun ein Spielfilm über die Sängerin der gleichnamigen fiktiven Coverband.

Meryl Streep und Musiker Rick Springfield als rockendes Liebespaar.
Bildlegende: Meryl Streep und Musiker Rick Springfield als rockendes Liebespaar. Walt Disney

Ricki and the Flash sind seit 2008 die Hausband der Spelunke Salt Well. Einige Stammgäste hören den Covers der ergrauten Musiker zu. Der Film beginnt mit Tom Pettys «American Girl». Meryl Streep eignet sich den Song als Sängerin und Rhythmusgitarristin Ricki an. An der Leadgitarre der Ex-Superstar Rick Springfield in der Rolle ihres Lovers Greg.

Nach diesem voll ausgespielten Song würde man gerne gleich noch einige Müsterchen mehr sehen. Denn Streep singt nicht nur toll, sondern spielt diese Musikerin, deren Traum vom grossen Ruhm längst zerplatzt ist, auch grossartig. Ganz nah an der Grenze zum «White Trash».

Mehr Sirup als Rock'n'Roll
Streep könnte selbst ein Telefonbuch spielen; und es würde wohl niemanden überraschen, wenn sie für die Rolle der Ricki zum 20. Mal für einen Oscar nominiert würde. Trotzdem hält der Film nicht ganz, was der Anfang verspricht. Denn er entwickelt sich zu einer rührseligen Versöhnungsgeschichte Rickis mit ihren erwachsenen Kindern, eines gespielt von Streeps Tochter Mamie Gummer.

Als am Ende auch die zweite Frau (Audra McDonald) ihres Ex-Manns (Kevin Kline) in diese Versöhnung der von der Mutter im Stich gelassenen Kinder mit einstimmt, trieft der Film so von hollywoodschem Sirup, dass man sich die Musiknummern vom Anfang zurückwünscht. Und zum Glück gewährt uns Regisseur Jonathan Demme noch die eine oder andere.

Trailer E / Trailer D / Meryl Streep unplugged

Autor/in: Reto Baer