Robert Redford vor und hinter der Kamera

Robert Redford ist mittlerweile schon 76 und dreht als Regisseur nur alle paar Jahre einen Film. Er ist nicht der innovative Überflieger, der Meisterwerke abliefert. Aber seine Filme wirken stets edel, so auch der Thriller «The Company You Keep - Die Akte Grant».

Jim Grant (Robert Redford) muss untertauchen, weil das FBI hinter ihm her ist.
Bildlegende: Jim Grant (Robert Redford) muss untertauchen, weil das FBI hinter ihm her ist. Ascot Elite

Sharon Solarz (Susan Sarandon) wird vom FBI verhaftet, weil sie unter anderem Namen vor 30 Jahren zur radikalen Antikriegsbewegung «The Weather Underground» gehörte und an einem Bankraub beteiligt war, bei dem ein Wachmann erschossen wurde.

Der ehrgeizige junge Lokalreporter Ben Shepard (Shia LaBeouf) wittert die Chance seines Lebens. Er beginnt zu recherchieren und findet dabei zufällig heraus, dass der angesehenen Anwalt Jim Grant (Robert Redford) ebenfalls zu der Aktivistengruppe gehörte.

Wohltuend altmodisch
Während der leitende Ermittler des FBI (Terrence Howard) zur Treibjagd auf den Anwalt bläst, folgt Journalist Shepard selber einer heissen Spur. Doch Grant wartet nicht einfach auf seine Verfolger, sondern hat seine eigenen Pläne.

Robert Redford ist ein Filmer alter Schule. Er schneidet den Thriller «The Company You Keep - Die Akte Grant» nicht mit MTV-Tempo, sondern lässt die Geschichte langsam angehen, damit die Charaktere nach und nach greifbarer werden. Das hat etwas wohltuend Altmodisches.

Eher intellektuell als emotional
Redford geht es nicht in erster Linie darum, dass am Ende alle Geheimnisse aufgelöst werden, sondern er will aufzeigen, wie wenig es braucht, um dem Leben eine völlig neue Richtung zu geben. Eine Richtung, die man vielleicht gar nicht wollte.

Obwohl Redford fast alles richtig macht, berührt einen sein neuer Film weniger als seine Epen «A River Runs Through It» (1992) oder «The Horse Whisperer» (1998). Das liegt zum einen am Thriller-Genre, zum andern daran, dass das menschliche Drama diesmal eher intellektueller als emotionaler Natur ist. 4 von 6 Filmbären.

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Autor/in: Reto Baer