«Schweizer Helden» - Schwarzer Tell

Mit «Der Sandmann» und «Boys Are Us» hat Peter Luisi die hiesige Filmszene mit ungewöhnlichen Spielfilmen bereichert. Mit «Schweizer Helden» gelingt ihm nun sogar eine Sozialkomödie, die sich auf erfrischende Art mit dem Thema Asylbewerber befasst.

Von rechts: Sabine (Esther Gemsch) verteilt Reclam-Büchlein an Wangchen (Tsering Bokong) und Bahar (Uygar Tamer).
Bildlegende: Von rechts: Sabine (Esther Gemsch) verteilt Reclam-Büchlein an Wangchen (Tsering Bokong) und Bahar (Uygar Tamer). Frenetic

Sabine (Esther Gemsch, «Lüthi & Blanc») hat sich erst kürzlich von ihrem Mann getrennt. Nun steht sie vor der Herausforderung, die Adventszeit alleine zu verbringen. Als sie im Durchgangsheim für Asylbewerber zufällig von einem Personalausfall erfährt, bietet sie sich an.

Sie will mit den Asylbewerbern aus allen möglichen Ländern eine vereinfachte Version von Schillers «Wilhelm Tell» aufführen. Da sie von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, bittet sie einen befreundeten Schauspieler (Klaus Wildbolz) um Hilfe. Schon bald interessieren sich die Medien dafür, dass ein Schwarzer den Tell spielen soll.

Ernstes Thema mit Humor
Was in einen schrillen Klamauk ausarten könnte, hat Peter Luisi als Drehbuchautor und Regisseur in gute Bahnen gelenkt. Ihm gelingt es recht gut, das ernste und heikle Thema Asylbewerber mit Humor zu meistern, ohne seine Figuren vorzuführen.

Für eine Komödie hat der Film überraschend viele Zwischentöne, auch wenn eher die Schweizer Perspektive als jene der Asylbewerber im Vordergrund steht. Einziger Wermutstropfen: Von den vielen Darstellern überzeugen nicht alle. 4 von 6 Filmbären.

Trailer

Autor/in: Reto Baer