Schweizer Promis in Hollywood

Yangzom Brauen, Schauspielerin und Autorin des Bestsellers «Eisenvogel», hat mit «Who Killed Johnny» ihren ersten Film gedreht. Nicht in Schwamendingen, sondern in Hollywood. Entstanden ist eine Komödie mit viel Selbstironie.

Ist der Tote Johnny Depp? Das fragen sich (von links) Max (Max Loong) , Melanie (Melanie Winiger) und Gudrun (Jordan Carver).
Bildlegende: Ist der Tote Johnny Depp? Das fragen sich (von links) Max (Max Loong) , Melanie (Melanie Winiger) und Gudrun (Jordan Carver). MovieBiz

Die Schweizer Melanie Winiger, Max Loong und Carlos Leal spielen Melanie, Max und Carlos, die in Hollywood leben und wie alle dort von der grossen Filmkarriere träumen. Melanie und Max schreiben ein Drehbuch, das sie mit Carlos in der Hauptrolle verfilmen.

Yangzom Brauen, die Regisseurin, hat die Komödie mit wenig Geld, das zum Teil durch Crowdfunding zusammenkam, in ihrem eigenen Haus in Hollywod gedreht. Der Film ist eine Weiterentwicklung ihrer Webserie «Hallo Hollywood».

Von augenzwinkernd bis schrill
Schweizer, die in Hollywood ihr Glück versuchen, in Realität wie im Film. Dieses Verwischen von Fiktion und Wirklichkeit hat die Tibet-Schweizerin Yangzom Brauen gereizt. Daher wirkt «Who Killed Johnny» extrem selbstironisch, und das ist sympathisch.

Erfrischend ist zudem, wie locker und natürlich die Hauptdarsteller Melanie Winiger und Max Loong wirken. Carlos Leal als sich notorisch selbst überschätzender Schauspieler wirkt schon eher wie eine Karikatur.

Eine Leiche wird Filmstar
Eigentlich sind alle anderen Figuren Karikaturen, vom schwarzen Berliner über das Busenwunder bis zum titelgebenden Johnny. Der ist zwar ziemlich tot, ähnelt aber so sehr Johnny Depp, dass Max ihn umgehend in den Film einbaut. Denn ein toter Depp stellt keine Gagenforderung.

Obwohl die Screwball Comedy zwischendurch mal durchhängt, unterhält sie im Grossen und Ganzen gut. Schade ist nur, dass einen die Nebenfiguren eher kalt lassen. Deshalb reicht es doch nur für 3 von 6 Filmbären. Das heisst, der Film ist okay. Mit Sympathie-Bonus sind es aber gefühlte 4 Filmbären. Also: Geht ins Kino und unterstützt unser «Team Hollywood»!

Trailer

Autor/in: Reto Baer