Steven Spielbergs «Tim und Struppi»

  • Montag, 24. Oktober 2011, 15:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 24. Oktober 2011, 15:20 Uhr, DRS 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 29. Oktober 2011, 12:45 Uhr, DRS 3

Nach den Schlümpfen verleibt sich Hollywood nun einen weiteren europäischen Comic-Klassiker ein: «Tim und Struppi - Das Geheimnis der „Einhorn"». Keine geringeren als Steven Spielberg und Peter «Herr der Ringe» Jackson haben einen 3D-Animationsfilm daraus gemacht.

Alle Figuren wie aus dem Comic, zum Beispiel die Detektive Schulze und Schultze, ausser Tim, der zu realistisch wirkt.
Bildlegende: Alle Figuren wie aus dem Comic, zum Beispiel die Detektive Schulze und Schultze, ausser Tim, der zu realistisch wirkt. Walt Disney

Es braucht (im positiven Sinn) zwei Kindsköpfe wie Steven Spielberg (Regie) und Peter Jackson (Produktion), um sich für so altmodische Comics wie Hergés «Tim und Struppi» (im Original «Tintin») zu begeistern.

Spielberg hat den belgischen Comic-Klassiker während den Dreharbeiten von «Indiana Jones» entdeckt und darin dieselbe Abenteuerromantik gefunden, die er mit seinen «Indiana Jones»-Filmen wieder ins Kino bringen wollte.

Klassische Schatzsuche

Nun wagt der erfolgreichste Filmemacher der Welt es noch einmal, seine Freude an Abenteuern mit Witz und Esprit auf Filmfans der ganzen Welt überspringen zu lassen. Und das klappt zum Teil ganz gut.

«Tim und Struppi - Das Geheimnis der „Einhorn"» unterhält über weite Strecken und macht Spass. Im Grunde ist es eine klassische Schatzsuche, bei der Tim erstmals Kapitän Haddock begegnet. Diese Episode aus dem Comic «Die Krabbe mit den goldenen Scheren» wird in das Geschehen eingebaut, das auf den beiden Bänden «Das Geheimnis der „Einhorn"» und «Der Schatz Rackhams des Roten» basiert.

Technik wie bei «Avatar»
Der Film wurde im aufwändigen Motion-Capture-Verfahren gedreht, das unter anderem auch bei «Avatar» zum Einsatz kam. Dabei werden Aufnahmen von Schauspielern in den Computer gespiesen, um daraus animierte Figuren zu machen.

Das sieht insbesondere in 3D toll aus. Die Bewegungen und die Mimik der Figuren wirken echt. Einziger Wermutstropfen: Ausgerechnet Held Tim sieht seinem Comicvorbild am wenigsten ähnlich, während sonst selbst die Nebenfiguren exakt der Comicvorlage nachempfunden sind.

Lohnender Kinobesuch

Auch die Handlung und der Humor atmen den Geist der legendären Comicvorlage. Man darf also Entwarnung geben. «Tim und Struppi» wurde nicht so extrem «verhollywoodisiert» wie «Die Schlümpfe». Einzig die Actionszenen sind mehr Hollywood als Hergé.

Der Grund, warum der Film nicht restlos überzeugt, liegt zum einen am episodenhaften Charakter des Drehbuchs, zum andern an einer gewissen Kälte, die diese Art von Computeranimationsfilmen im Gegensatz zu handgefertigten Zeichentrickfilmen auszeichnet. Der Kinobesuch lohnt sich trotzdem.

Autor/in: Reto Baer