«Suicide Squad» - Zahnlose Bösewichte

  • Montag, 15. August 2016, 14:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 15. August 2016, 14:03 Uhr, Radio SRF 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 20. August 2016, 12:14 Uhr, Radio SRF 3

Die Idee klang verlockend: Eine Gruppe der fiesesten Bösewichte aus den «Batman»-Comics bilden die «Suicide Squad» gegen den grössten aller Bösewichte. Doch herausgekommen ist ein zahmer und stumpfsinniger Film, der auf der ganzen Linie enttäuscht.

Sie sind die Fiesen, aber sie lieben einander. Hüstel!
Bildlegende: Sie sind die Fiesen, aber sie lieben einander. Hüstel! Warner Bros.

Das Beste an «Suicide Squad» ist der Soundtrack. Da gibt es guten alten Rock'n'Roll von den Stones, Led Zeppelin, CCR und Konsorten. Nicht eine Filmszene erreicht auch nur annähernd die Qualität oder gar den Kultstatus dieser Musik.

Die Geheimagentin Amanda Waller (Viola Davis) stellt einen Trupp von Bösewichten zusammen, die gegen Teil-Straferlass ein grosses Problem lösen sollen. Und das Problem ist tatsächlich so gross, dass es den Film killt.

Enttäuschend
Es handelt sich nämlich um die mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestatte Enchantress (Cara Delevingne) und ihren noch mächtigeren Lover, die wirken, als seien sie blödsinnigerweise aus einem Fantasy-Film à la «Gods of Egypt» in die Welt der DC Comics spaziert.

Und dann die Bösewichte! Enttäuschung Nummer 1: Statt der Boss zu sein, gehört der Joker gar nicht zum Selbstmordkommando, kommt deshalb nur am Rand vor und wird von Jared Leto zwar schrill, aber überhaupt nicht beängstigend verkörpert.

Killer-Papi
Will Smith spielt den kriminellen Superschützen Deadshot, wird jedoch als fürsorglicher Vater eines Töchterchens eingeführt. Ist er nun böse oder was? Und Diablo (Jay Hernandez): Der Schurke, der wie von Zauberhand alles abfackeln kann, hält seine Fähigkeit fast die ganze Zeit zurück, weil er sie für so verheerend hält. Ist er nun böse oder was?

Was für einen Film hat David Ayer da abgeliefert? Einen, den in den USA auch Kinder sehen dürfen. Das ist der eigentliche Grund, warum der Film so zahnlos geraten ist. Statt verrückt, frech, anarchistisch und neu, ist er wie gehabt und daher spannungs-, humor- und überraschungslos. DC und Warner haben es völlig verpasst, dem Marvel-Kinohit «Deadpool» etwas Vergleichbares entgegenzusetzen.

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Autor/in: Reto Baer