«The Imitation Game» - Acht Oscar-Nominationen

«The Imitation Game» erzählt die unglaubliche Geschichte des britischen Mathematikers Alan Turing, der die Chiffriermaschine der Nazis austrickste. Ein klassisches Biopic mit grossartigen Schauspielern.

Was denkt wohl Alan Turing (Benedict Cumberbatch) angesichts seines Kabelsalats?
Bildlegende: Was denkt wohl Alan Turing (Benedict Cumberbatch) angesichts seines Kabelsalats? Ascot Elite

Ein läppischer Einbruch bringt alles ins Rollen. Aus dem Einbruchsopfer Alan Turing (Benedict Cumberbatch) wird plötzlich der Angeklagte, weil ein Polizist zufällig herausfindet, dass er homosexuell ist. Und das verstösst im England des Jahres 1951 gegen das Gesetz.

Aus dieser Rahmenhandlung blendet der Film ins Jahr 1939 zurück, nachdem England in den Zweiten Weltkrieg eingetreten ist. Der junge Mathematiker Turing wird vom britischen Geheimdienst angeworben, um Enigma, die Chiffriermaschine der Deutschen, zu knacken?

Den Code knacken
Ein Code wird jeweils nur 24 Stunden benutzt, bevor er durch einen neuen ersetzt wird. Da es 159 Milliarden Enigma-Einstellungen gibt, wären 200 Millionen Jahre nötig, alle zu entschlüsseln. Es muss also eine andere Lösung gesucht werden.

Turing schwebt eine Maschine vor, der riesige Vorläufer unserer Computer quasi. Aber es dauert lange, bis seine Dechiffrier-Maschine endlich funktioniert. Eine schier surreale Pointe verhilft den Tüftlern um Turing zur Lösung.

Gut, aber nicht überragend
Morten Tyldums Film erzählt nicht nur Alan Turings Lebensgeschichte, sondern klagt auch das damalige Justizsystem Englands an, das einen der genialsten Köpfe des Landes vernichtete, ohne dessen Verdienste zu berücksichtigen.

Benedict Cumberbatch und Keira Knightley, die ebenfalls eine Wissenschaftlerin spielt, sind für einen Oscar nominiert. Tatsächlich sind die beiden Stars ein Highlight des Films. Acht Oscar-Nominationen kommen jedoch einer Überbewertung gleich. Der Film ist gut und solid, aber kein Geniestreich. Dafür kommt er zu konventionell daher. 4 von 6 Filmbären.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer