Vom Freund zum Feind

Bill Condons Film «Inside WikiLeaks - Die Fünfte Gewalt» schildert, wie die Freundschaft zwischen WikiLeaks-Gründer Julian Assange und seinem engsten Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg zerbricht. Das ist packend.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Benedict Cumberbatch, rechts) mit seinem ursprünglich engsten Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl).
Bildlegende: WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Benedict Cumberbatch, rechts) mit seinem ursprünglich engsten Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl). Ascot Elite

Schon nach 15 Filmminuten kommt die Schweiz ins Spiel: WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Benedict Cumberbatch) spricht mit seinem engsten Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl) über die Zürcher Bank Julius Bär. Im Januar 2011 hat ein Ex-Mitarbeiter der Privatbank Daten an WikiLeaks geliefert.

Whistleblower und ihr Schutz sind ein wichtiges Thema im Film. Aber im Zentrum steht Domscheit-Berg, auf dessen Buch «Inside WikiLeaks» der Film basiert. Der Film erzählt, wie Domscheit-Berg zuerst ein begeisterter Mitstreiter von Assange wird, dann aber zunehmend Mühe mit dessen Radikalität bekommt.

Zwei tolle Hauptdarsteller
Der Zwist entzündet sich vor allem an Dokumenten der US-Armee, die Assange komplett auf WikiLeaks publizieren will. Domscheit-Berg möchte sie aber bearbeiten, um in den Dokumenten namentlich genannte Personen zu schützen. Assange jedoch ist gegen jegliche Bearbeitung.

Der Film bietet zwei Hauptdarsteller in Höchstform und eine packende Handlung, die stimmig inszeniert wird. Das verdient 5 von 6 Filmbären. Man sollte einfach nicht vergessen, dass es kein Dok-Film, sondern ein Spielfilm, also subjektiv eingefärbt ist.

Trailer                                   Julian Assange kritisiert den Film

Autor/in: Reto Baer