Vom Schlimmsten und vom Schönsten

«Rebelle», der Film über eine Kindersoldatin, wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem bekam die Hauptdarstellerin Rachel Mwanza den Silbernen Bären von Berlin. Die junge Frau ist in der Tat eine Entdeckung.

Komona (Rachel Mwanza) flüchtet mit dem Magier (Serge Kanyinda, rechts) zu ihrem Onkel (Ralph Prosper).
Bildlegende: Komona (Rachel Mwanza) flüchtet mit dem Magier (Serge Kanyinda, rechts) zu ihrem Onkel (Ralph Prosper). Xenix

Die 14-jährige Komona lebt in einem nicht näher bestimmten Land Afrikas. Sie erzählt ihrem ungeborenen Baby ihr Leben, weil, wie sie sagt, sie nicht wisse, ob Gott ihr die Kraft gebe, das Kind zu lieben, wenn es zur Welt gekommen sei.

Komona schildert, wie sie mit Zwölf von Rebellen gezwungen wird, ihre eigenen Eltern zu erschiessen. Nach der Ausbildung zur Kindersoldatin wird sie ein erstes Mal in ein Gefecht mitgenommen.

Wuchtig und zärtlich zugleich
Dort wird sie von ihren toten Eltern gewarnt und kann die Rebellen davor bewahren, in einen Hinterhalt zu geraten. Von da an wird Komona als Hexe verehrt und sogar zum Rebellenführer gebracht.

Doch dann verliebt sich der drei Jahre ältere hellhäutige Junge, den alle Magier nennen, in Komona. Da er sie davor bewahren will, schon als Kind zu sterben, überredet er sie, mit ihm zu fliehen.

Mit «Rebelle» ist dem Kanadier Kim Nguyen ein ebenso wuchtiger wie zärtlicher Film gelungen, wuchtig in den ungeschönten Kriegsszenen, zärtlich im Schildern der aufkeimenden Liebe. Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel wird im jungen Paar sogar physisch sichtbar gemacht.

«Rebelle» ist ein Muss
Die jungen Schauspieler überzeugen nicht nur mit starken Auftritten, sondern vor allem auch mit verblüffender Würde. «Rebelle» ist starker Tobak, gewiss, aber weil der Film nicht das Leid, sondern die Menschen ins Zentrum stellt, geht er unter die Haut. Dazu kommen tolle Bilder, die die staubige Hitze regelrecht spürbar machen.

Leichten Abzug gibt es wegen der etwas theatralischen Rahmenhandlung um Komonas ungeborenes Kind, die gar nicht nötig ware. Dennoch sollte man für «Rebelle» auch bei schönem Wetter ins Kino: 5 von 6 Filmbären.

Trailer

Autor/in: Reto Baer