Vom Walkman zum iPod

Mit seinem Remake des Tanzfilms «Footloose» aus dem Jahr 1984 will Regisseur Craig Brewer die Story vom Rebellen, der auch anständig und brav sein kann, einer neuen Generation von Teenagern zugänglich machen.

Ren (Kenny Wormald, weisses T-Shirt) erobert die schöne Pfarrerstochter Ariel (Julianne Hough, Mitte).
Bildlegende: Ren (Kenny Wormald, weisses T-Shirt) erobert die schöne Pfarrerstochter Ariel (Julianne Hough, Mitte). Universal

Craig Brewer sah das Original von «Footloose» mit 13 Jahren und war begeistert. Mit 39 Jahren lässt er seine Neuverfilmung auf die heutige Jugend los. Die Message ist heute wie damals: Wehr dich gegen Ungerechtigkeit, bleib dabei aber anständig und moralisch integer.

Ein solches Rebellenbild hat nicht mehr viel mit James Dean aus «Rebel Without a Cause» (1955) zu tun, auch wenn der neue Hauptdarsteller Kenny Wormald im Gegensatz zu Kevin Bacon vor 27 Jahren nun eine Fifties-Tolle wie James Dean zur Schau trägt.

Pfarrer verbietet Tanzen

Der «Footloose»-Rebell Ren McCormack erkämpft sich das Recht auf Tanzen in der bigotten Kleinstadt Bomont, wo der Pfarrer (Dennis Quaid) nach einem nächtlichen Autounfall, bei dem sein Sohn und vier weitere Teenies umkamen, ein Gesetz durchboxte, das Minderjährigen (was in den USA unter 21-Jährige sind) das Tanzen verbietet.

Im Grunde ist «Footloose» aber nichts weiter als ein Highschool-Märchen mit Popmusik. Der neue Schüler in der Stadt erobert das vermeintlich schönste Girl (Julianne Hough), das «zufälligerweise» die Tochter des Pfarrers ist.

Rock bis Hiphop

Menschen unter 25 kann die simple Story durchaus ansprechen, zumal es noch Auto- und Busrennen gibt sowie Schlägereien und gefällige Rockmusik mit einer zaghaften Prise Hiphop. Dass dabei das Rollenbild von Mann und Frau eher aus den 50er als den 80er Jahren stammt, wird niemanden, der im Kino gerne Popcorn isst, aufregen.

Was man ohne Wenn und Aber der Neuversion von «Footloose» zugestehen muss: Sie ist eine geölte Unterhaltungsmaschinerie. Wer die Story nicht weiter hinterfragt, bekommt 113 vergnügliche Filmminuten mit einem jungen Helden, der die Schaumstoffkopfhörer des Walkmans von 1984 gegen die weissen Ohrstöpsel eines iPads vertauscht hat.

Autor/in: Reto Baer