Wer atmet, hat schon verloren

  • Montag, 26. September 2011, 15:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 26. September 2011, 15:20 Uhr, DRS 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 1. Oktober 2011, 12:45 Uhr, DRS 3

Gwyneth Paltrow war einst ein Top-Star in Hollywood. In «Contagion» ist sie nach zehn Minuten tot.

Laurence Fishburne (links), der Jurypräsident des diesjährigen Zurich Film Festival, als Dr. Ellis Cheever bei einem Fernsehinterview.
Bildlegende: Laurence Fishburne (links), der Jurypräsident des diesjährigen Zurich Film Festival, als Dr. Ellis Cheever bei einem Fernsehinterview. Warner Bros.

Was weiter kein Problem ist, da noch fünf andere Stars nachrücken: Matt Damon, Kate Winslet, Jude Law, Marion Cotillard und Laurence Fishburne, der Jurypräsident des diesjährigen Zurich Film Festival.

Steven Soderbergh eroberte 1989 mit «Sex, Lies and Videotape» die Filmwelt. Cannes belohnte das Regiedebüt mit einer Goldenen Palme. Über 20 Jahre und 23 Filme später zeigt er in «Contagion», wie die Welt mit einer globalen Seuche umgeht.

Soderbergh hat stets abgewechselt zwischen anspruchsvollen Filmen wie «Traffic» (2000) und reinem Unterhaltungskino wie «Ocean's Eleven» (2001). Und mitunter liefert er auch beides in einem, etwa mit «Erin Brockovich» (2000) und nun wieder mit «Contagion».

Tödliches Virus

Obwohl keine Juwelen gestohlen werden und es keine Schiessereien gibt, funktioniert «Contagion» wie ein Thriller. Soderbergh schraubt unerbittlich an der Spannungsschraube, indem er ein tödliches Virus auf die Welt loslässt.

Gwyneth Paltrow spielt das erste Todesopfer, Matt Damon ihren Mann, der offenbar immun ist. Trotzdem interessieren sich die Wissenschaftler nicht für ihn, weil es zu lange dauern würde, aus seinem Blut einen Impfstoff zu entwickeln.

Alternativmedizin als Lösung?

Und sie interessieren sich auch nicht für das homöopathische Medikament, mit dem sich ein Online-Journalist (Jude Law) selber geheilt haben will. Dann würden nämlich andere an der Pandemie verdienen, und das passt der Pharma-Lobby nicht in den Kram.

Die Fäden laufen alle bei Dr. Cheever (Laurence Fishburne) zusammen. Er schickt Dr. Mears (Kate Winslet) aus, um die Herkunft des Virus zu ergründen. Dasselbe tut die WHO, die Weltgesundheitsorganisation in Genf, mit Dr. Orantes (Marion Cotillard).

Wettlauf gegen die Zeit

Die Uhr tickt. Mit jeder verlorenen Minute sterben mehr Menschen. Der Film vermittelt die gehetzte Atmosphäre gut, nicht zuletzt dank der elektronischen Musik auf der Tonspur, die sich wohltuend vom üblichen Hollywood-Sinfonie-Bombast abhebt.

Was nicht ganz überzeugt, ist die Art, wie die verschiedenen Handlungsstränge nebeneinander herlaufen, ohne richtig verwoben zu werden. Und weil den einzelnen Figuren Tiefe fehlt, können die Starschauspieler nicht wirklich glänzen. Dennoch: «Contagion» ist sehenswert.

«Box-Office»-Beitrag von SF

Autor/in: Reto Baer