Zweiter Frühling auf italienisch

Die leichte Komödie « Gianni e le donne» bringt etwas Italianità in unsere Kinosäle. Regisseur und Drehbuchautor Gianni Di Gregorio spielt wie schon in seinem letzten Film «Pranzo di ferragosto» die Hauptfigur Gianni gleich selber.

Gianni (Gianni Di Gregorio) träumt von schönen Frauen.
Bildlegende: Gianni (Gianni Di Gregorio) träumt von schönen Frauen. Xenix

Gianni (Gianni Di Gregorio) ist schon über sechzig, aber er ist auch Italiener, und daher ist seine Mutter (Valeria De Franciscis) der wichtigste Mensch für ihn. Seine Mamma spielt die kranke Alte, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Und Gianni eilt stets herbei.

Giannis Mamma ist die verarmte Adelige, die Kinogänger schon aus «Pranzo di ferragosto» kennen. Sie gibt ihr allerletztes Geld für teuren Champagner und Lachsbrötchen für ihre Gäste aus, als es ihrem Sohn zu vererben. Das wär ja noch schöner.

Gutmensch Gianni

Trotz allem bleibt Gianni nett und hilfsbereit. Er hilft seiner Ehefrau, seiner Tochter, die er abgöttisch liebt, ihrem Freund, einem jungen Müssiggänger, und er umsorgt die Katzen und Hunde seines Quartiers in Rom.

Alles geht seinen normalen Gang, bis ihm sein Freund Alfonso (Alfonso Santagata) nahelegt, er solle sich auch mal etwas gönnen, zum Beispiel eine kleine Affäre. Alle täten es, selbst die Greise. Zuerst ist Gianni etwas konsterniert, aber dann beginnt ihm die Idee zu gefallen.

Filmemacher Gianni

Nachdem er an einigen Drehbüchern mitgeschrieben hatte, unter anderem am sensationellen «Gomorrha» (2008), legte Gianni Di Gregorio vor drei Jahren mit «Pranzo di ferragosto» seinen ersten eigenen Film vor, der Publikum und Kritiker gleichermassen begeisterte.

«Gianni e le donne» ist nun die schlüssige Fortsetzung dazu. Wie im ersten Film überzeugen vor allem die stimmigen Beobachtungen «normaler» Leute, während der Handlungsstrang mit dem zweiten Frühling eher etwas aufgesetzt wirkt.

Autor/in: Reto Baer