Christoph Graupner – Hofkapellmeister mit Raffinesse

Als Johann Sebastian Bach 1723 seinen Dienst als Thomaskantor antrat, war er nur die dritte Wahl: Lieber hätten die Verantwortlichen in Leipzig Georg Philipp Telemann oder Christoph Graupner auf dem Posten gesehen.

Gemälde aus der Werkstatt von Johann Christian Fiedler (1697-1765).
Bildlegende: Gemälde aus der Werkstatt von Johann Christian Fiedler (1697-1765). Wikimedia

Dass diese beiden Komponisten dem grossen Bach damals (fast) in der Sonne gestanden sind, hat lange Nachwirkungen gehabt: Erst in unserer Zeit konnte Telemann das Etikett des «Vielschreibers» ablegen, und auch Graupners Musik verdient grössere Aufmerksamkeit.

Wie raffiniert und aufregend sie klingen kann, zeigt etwa das Ensemble Ars Antiqua Austria mit seiner neuen Graupner-CD: Ouvertüren, in denen Geigentöne mit dem dunkel-weichen Klang der Chalumeaux verwoben werden - ein ungewöhnlicher Effekt!

Erstausstrahlung: 08.10.12

Redaktion: Norbert Graf