Giftstoffe im Trinkwasser: Braucht es ein Verbot von Pestiziden?

Pflanzenschutzmittel – so genannte Pestizide – sind umstritten: Für viele Bauern sind sie unverzichtbare Hilfsmittel. Nur sie garantieren, dass die Äpfel und Salate in der gewünschten Qualität auf den Markt kommen. Doch Pestizide landen auch im Grundwasser – und damit in unserem Trinkwasser.

Ein Bauer besprüht sein Feld
Bildlegende: Pestizide in der Landwirtschaft - sie sind umstritten Keystone

Rückstände im Trinkwasser

In einer Untersuchung hat der Bund in jeder fünften Trinkwasserfassung Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Die Wasserversorger haben darum Alarm geschlagen: Wenn nichts geschehe, könne die Qualität des Trinkwassers nicht mehr garantiert werden.

Initiativen im Nationalrat

Nun behandelt diese Woche das Parlament gleich zwei Initiativen, die den Gebrauch von Pestiziden einschränken oder gar verbieten wollen. Viele Pflanzenschutzmittel seien gefährlich – auch für den Menschen, sagen die Initianten. Die Folgen könnten Unfruchtbarkeit, genetische Veränderungen, unter Umständen sogar Krebs sein.

Bauernverband warnt vor Initiativen

Auf der anderen Seite wehrt sich der Bauernverband vehement gegen die beiden Pestizidinitiativen: Sie würden den Bäuerinnen und Bauern schaden, zu tieferen Einkommen und mehr Importen führen.

Mit Hörerinnen und Hörern diskutieren im Studio:

  • Manfred Wolf, Biogemüsebauer aus Ried bei Kerzers (FR) und Mitglied des Initiativkomitees der Pestizidinitiative. Er sagt, es gehe auch ohne Pestizide.
  • Jürg Hess, Obstbauer aus dem thurgauischen Roggwil und Vizepräsident des Schweizerischen Obstverbands. Er sagt, ohne Pestizide könne er nicht arbeiten.

Die Live-Sendung hören Sie am Donnerstag, 20. Juni, um 20:03 Uhr auf Radio SRF 1. Diskutieren Sie schon jetzt online mit.

Moderation: Rafael von Matt, Redaktion: Rafael von Matt / Online: Fabio Flepp