EMC, PipeFiction und Hollow Grounds

Atome fusionieren, Wasserleitungen verlegen oder sich Hals über Kopf in eine Höhle stürzen: Drei Smartphone-Spiele aus Schweizer Game-Studios - eine kleine Werkschau.

Die Röhre, die Höhle und das Atom
Bildlegende: Die Röhre, die Höhle und das Atom

«EMC»
von Christian Etter und Mario von Rickenbach

Ein Spiel über Teilchenphysik - klar geht das. Ein Elektron schwirrt um einen Atomkern in der Mitte, ebenso bedrohliche Dreiecke. Wir neigen das Smartphone und verschieben so den Kern - was die Flugbahn des Elektrons verändert. Auch die Dreiecke werden vom Kern angezogen, wenn wir sie berühren, ist das Spiel vorbei. Wenn es uns dagegen gelingt, das Elektron einzufangen, können wir eine Explosion auslösen (um die Urgewalt der Explosion zu spüren, empfehle ich den Gebrauch eines Kopfhörers mit anständig Bass). Das gibt nicht nur einen Punkt, sondern stösst auch die Dreiecke weg.

Fang das Elektron,
spiele, ohne zu spielen.
Für die Wissenschaft!

Warum mich «EMC» an die schlichte Schönheit des physikalischen Weltmodells erinnert, lest ihr im Blog.

«PipeFiction»
von Martin Seelhofer und Cris Almer

In «PipeFiction» bauen wir eine lange Wasserleitung. Immer unter Zeitdruck: Nach einer Weile beginnt das Wasser zu fliessen, ob wir die Leitung schon fertig haben oder nicht. Besonders effiziente Ingenieure sollen wir aber nicht sein: Je länger die Leitung, desto mehr Punkte. Es geht also darum, eine möglichst komplizierte Leitung dennoch rechtzeitig fertig zu kriegen. Erschwert wird diese Aufgabe dadurch, dass wir die Einzelteile einigermassen zufällig erhalten; ob unser schöner Plan auch aufgeht, hängt also à la Tetris davon ab, ob wir die richtigen Teile kriegen.

Der Plan wäre toll,
die Leitung schön kompliziert -
Mist, das falsche Teil!

Warum ich mich von «PipeFiction» ab und zu ungerecht behandelt gefühlt habe, lest ihr im Blog.

«Hollow Grounds»
von Jeremy Spillmann und Michel Barengo

Piri ist ein Entdecker der halsbrecherischen Sorte: Statt sachte in eine Höhle hinunter zu klettern, angeseilt, mit Helm, stürzt der sich einfach hinunter und hofft, dass ich die Höhle rechtzeitig um ihn herum drehe. Denn ich steuere nicht wie üblich den Avatar, sondern drehe das Smartphone so, dass der Höhlenverlauf immer schön in der Fallrichtung von Piri bleibt. Die Hauptschwierigkeit ist, dass einige «Strecken» verlangen, das Telefon um 270° oder gar 360° zu drehen; und das geht nur mit Umgreifen. Tun wir das zu langsam oder zu ungenau, prallt Piri an die Höhlenwand.

Piri vertraut mir,
ich drehe die Welt um ihn.
Nicht fallen lassen!

Was der Sprung von Piri in «Hollow Grounds» bedeutet, lest ihr im Blog.

Autor/in: Guido Berger