FIFA 12 und Haikiew Nummer 50

Das ist das 50. Haikiew - ein Review in der japanischen Gedichtform des Haiku. Zur Feier der runden Zahl gibt es nun die Kritik des neuen Fussballspiels FIFA 12 ausschliesslich als Haikiew!

Schweini kommt nicht an den Ball.
Bildlegende: Schweini kommt nicht an den Ball.

Fussball ist Leiden.
Schuss verzogen, schlechter Pass:
Ein Spiel der Fehler.

Neu in FIFA 12:
Verteidigen und Dribbeln.
Mehr Fehlerquellen.

Drei Verteidiger
verfangen sich im Knäuel.
Stürmer fällt drüber.

Ball prallt vom Pfosten,
Kopf des Stürmers ist im Weg -
Trampel jubelt: Tor!

Die Impact Engine,
zuständig für mehr Wahrheit,
sorgt auch für Slapstick.

Verteidigen neu
mit zwei Knöpfen statt einem:
Laufen, dann Fuss rein.

Geduldig lernen
zahlt sich aus, denn besser wird
das Positionsspiel.

Schlauere Spieler
laufen in den freien Raum.
Spiel den Spitzenpass!

Nicht so zähflüssig
wie häufig beim Vorgänger.
Flutschen statt würgen!

Was grossartig bleibt:
Der erlösende Treffer!
Einsnull kurz vor Schluss.

Die japanische Gedichtform des Haiku folgt strengen Regeln: Es muss 17 Silben haben, in der Anordnung 5-7-5. Es soll konkret sein, in der Gegenwart ein einmaliges, besonderes Ereignis beschreiben und ein Wort enthalten, dass eindeutig zu einer Jahreszeit gehört (z.B. «Kirschblüte», Symbol für Frühling, Schönheit, aber auch Vergänglichkeit). Mehr Erklärung gibt es im Blog: «FIFA 12: Haikiew Nummer 50!».

Dort kann man auch gerne Kommentare hinterlassen, am liebsten natürlich als Haiku! Alle bisherigen Haikiews sind hier aufgelistet. Auf dem Blog findet ihr auch das integrale Interview mit Simone Müller, Japanologin, Universität Zürich.

Autor/in: Guido Berger