Gravity Rush: Lass dich fallen

Kat fällt. Doch dank der mysteriösen Space-Katze Dusty kann Kat bestimmen, wo unten ist - und damit hinfallen, wo sie will. Das ist der Kern von «Gravity Rush», und es ist windschief und krumm und trotzdem grossartig.

Huiiiii!
Bildlegende: Huiiiii!

«Gravity Rush» spielt in der wunderbaren Schwebestadt Hekseville. Nevi-Monster bedrohen die Bewohner, und ein Gravitationssturm hat ganze Stadtteile weggerissen. Wir schlüpfen in das Supermädchen Kat, die zwar die Erinnerung verloren hat, das aber unbeschwert fröhlich auf die leichte Schulter nimmt. Die Katze Dusty schliesst sich ihr an und schenkt ihr eine Superkraft: Kat kann die Gravitation beeinflussen.

Das geht so: Mit einem Knopfdruck «pausieren» wir die Gravitation, Kat schwebt also im Raum. Dann richten wir sie mit dem rechten Stick der Playstation Vita neu aus und geben so vor, wo unten ist. Sobald wir die Gravitations-«Handbremse» lösen, fällt Kat in diese Richtung.

Grossartige Grundmechanik

Kat kann also gewissermassen fliegen, oder eben präziser: fallen. Wir können jederzeit sofort innehalten; Richtungswechsel machen wir, indem wir die Gravitation einfach neu ausrichten. Weil die Bewegung so einfach ist, entsteht ein unvergleichliches Gefühl der Freiheit. Die Stadt zu erkunden, indem wir durch sie hindurchfallen, ist eine reine Freude - eine schlicht grossartige Grundmechanik.

Die Orientierung behalten wir auch dank einem cleveren Kniff: Die langen blonden Haare von Kat und ihr Schal sind von der veränderten Gravitation nicht betroffen. Sie zeigen zur Seite oder nach oben, halt in die Richtung, wo «unten» für alle Nicht-Superhelden ist. So haben wir ständig einen subtilen Hinweis im Blick, der uns hilft, uns auszurichten.

Kampf: Misslungen

Nevi-Monster bedrohen uns und die Bevölkerung der Stadt, und Kat bekämpft sie mit Tritten. Meist aus der Luft, z.B. mit einem Gravitations-Kick - auf das Monster zufallen, Stiefel voraus. Das verlangt eine Präzision, die das Spiel schlicht nicht zulässt. Eine automatische Zielhilfe sollte uns einen Treffer erleichtern, aber die funktioniert einfach nicht zuverlässig. Oft fällt man einfach am Monster vorbei, auch wenn das Viech nicht ausweicht und auch wenn man Sekundenbruchteile vorher noch scheinbar perfekt ausgerichtet war.

Trotzdem: Die wunderschöne Welt zu erkunden, indem wir frei durch sie hindurchfallen - das ist der Kern des Spiels und der ist absolut gelungen. Und zwar so sehr, dass ihn diese Probleme nicht trüben können.

Warum mich das Kichern der Hauptfigur genervt hat und auf welche Vorbilder sich das Spiel bezieht, lest ihr im Blog: «Gravity Rush: Lass dich fallen».

Oben, unten - bah!
Hier fällt Newton zum Apfel!
Kat beugt die Schwerkraft.

Zur ausführlichen Kritik

Autor/in: Guido Berger