Playstation Vita: Glitzer, glitzer, kompliziert

Wenn man mir als kleiner Junge erzählt hätte, dass es mal ein Gerät wie die Playstation Vita geben werde, ich hätte wohl vor Aufregung wochenlang nicht mehr geschlafen. Die neue tragbare Spielkonsole, die Nachfolgerin der Playstation Portable, ist ein Wunderding der Technik.

Der Vita-Parcours für Bequeme
Bildlegende: Der Vita-Parcours für Bequeme

So antwortet Sony auf die neue Welt der Smartphones und Ein-Franken-Spiele.

Sony tut das, was sie am besten können: Sie packen eine Tonne Technologie in ein stilvolles Gerät. Die Playstation Vita kann alles, was sich Gamer wünschen. Sie hat einen schnellen Vierkern-Prozessor. Sie hat zwei Analog-Sticks für beide Daumen. Sie hat einen Bewegungs-Sensor. Sie hat GPS. Sie hat WLAN und Bluetooth. Das 3G-Modell kann auch über das Handy-Netz aufs Internet. Sie hat zwei Kameras, eine nach vor, eine nach hinten. Sie hat einen tollen 12cm-OLED-Bildschirm. Der auch ein kapazitiver Multi-Touchscreen ist. Und um noch einen oben drauf zu setzen: Die Rückseite der Vita ist ebenfalls berührungsempfindlich, und auch hier hat man nicht gespart und eine kapazitive Multitouch-Oberfläche verbaut.

Teuer

Wie immer bei Sony wird eine Speicherkarte nicht mitgeliefert, man benötigt sie aber, um Spielstände speichern und Spiele über das Playstation Netzwerk herunterladen zu können. Es gibt 4 - 16 GB Varianten, für 25.- - 60.- Franken. Hier wollte man wohl einfach auf Biegen und Brechen den Preis des Systems unter 300.- drücken, obwohl die allermeisten dann eben doch 360.- ausgeben werden. Und weil es nicht etwa eine handelsübliche SD-Karte, sondern eine Sony-Memory-Card ist, ist sie unverhältnismässig teuer.

Gross

Die Vita ist die grösste Spielkonsole für unterwegs, deutlich grösser als eine 3DS oder ein Smartphone. In der Hand fühlt sie sich allerdings überraschend leicht an. Der Bildschirm ist beindruckend, auch wenn die Auflösung mit 960 x 544 ein bisschen geringer ist als die 960 x 640 des iPhone-4-Displays, auf einer wesentlich grösseren Fläche. Die Tasten ist man sich als Playstation-Spieler gewohnt. Erstmals bei einer Konsole unterwegs haben wir ausserdem zwei Analog-Sticks für beide Daumen zur Verfügung, endlich.

Die Vita wird bereits mit einiger vorinstallierter Software geliefert, wir können z.B. Fotos und Videos machen, Musik abspielen, Karten benutzen und im Internet browsen (mehr schlecht als recht). Der Akku hält beim Spielen vier bis fünf Stunden, wieder voll aufgeladen ist die Vita in gut zwei Stunden. Das ist im Vergleich zu anderen tragbaren Spielkonsolen gut. Spiele können wir entweder im Laden kaufen, sie kommen auf einer kleinen Speicherkarte, die ein proprietäres Format hat. Oder wir laden die Spiele über das Playstation-Network direkt herunter, gespeichert werden sie dann auf dem oben erwähnten Memory-Stick.

Für Core-Gamer

Die Playstation Vita ist wohl ein Gerät für kleine und grosse Buben. Teenager und junge Erwachsene werden die knackige Technik schätzen und die ausgewachsenen Spiele auf der Vita dem Kurzfutter der App Stores vorziehen. Damit spricht das System klar die Core-Gamer an, die auch bereit sind, mehr für Hardware und Spiele auszugeben, und die dafür ausgewachsene Spielerlebnisse erwarten. Für die meisten, die auf ihrem Telefon scrabbeln oder wütende Vögel in der Gegend herum werfen, ist die Vita aber wohl zu teuer und zu kompliziert.

Die Playstation Vita ist ab heute erhältlich. Sie kostet ohne 3G CHF 300.-, mit 3G CHF 370.-. Spiele im Laden kosten zwischen 40.- und 60.- Franken. Wer die Spiele direkt auf die Vita herunterlädt, zahlt rund 10% weniger.

Den Vergleich mit der Nintendo 3DS und einige Eindrücke zu den ersten Spielen lest ihr in meinem Blog: «Playstation Vita: Glitzerglitzerkompliziert»

Zur ausführlichen Kritik

Autor/in: Guido Berger