Trials Evolution: Noch besser!

Vor uns Rampen, Ölfässer, ein steiler Hang - mit dem Töff so schnell wie möglich drüber zu fahren, ist unser Ziel. Und damit das auch schön spektakulär aussieht, explodiert oder brennt ständig irgendwas.

Das ist «Trials Evolution» - ein wunderbar schlichtes, unprätentiöses Spielprinzip, perfekt umgesetzt.

Die Trials-Formel ist einfach. Die Steuerung ist einfach und sehr präzise. Wir beschleunigen und bremsen mit den beiden Triggern; mit dem linken Stick verlagern wir das Gewicht des Körpers. Steuern müssen wir nicht, da wir auf einer virtuellen Schiene fixiert von links nach rechts fahren. Einen einzigen weiteren Knopf brauchen wir: Um uns zum letzten Checkpoint zurückzusetzen, wenn wir einen Fehler gemacht haben und gestürzt sind. Und das tun wir in den schwierigeren Leveln sehr oft, dazu gleich mehr.

Einfache Steuerung, komplexe Auswirkungen

Obwohl die Steuerung maximal vereinfacht ist, ist die resultierende Bewegung im Spiel komplex. Haben wir Gewicht auf dem Vorder- oder Hinterrad? Beschleunigen wir sanft oder geben Vollgas? Springt unser Motorrad aus den Federn? Wie reagiert der Untergrund auf das Hinterrad? Wie steil oder hoch sind die Hindernisse? Unsere einfachen Eingaben werden physikalisch komplex und vor allem glaubwürdig und immer nachvollziehbar modelliert - ein wesentlicher Reiz des Spiels.

Das würde aber noch nicht reichen: Die Hindernis-Parcours müssen spannend sein. Und hier ist «Trials Evolution» ein ganz grosser Wurf gelungen. Man hat auf einen der wenigen Kritikpunkte am Vorgänger reagiert - dort verloren die ständigen Fabrikhallen irgendwann ihren Reiz. Das ist nicht mehr so: Schrottplätze, Sägereien, mystische Ruinen, Sumpf, ein Güterbahnhof, Ölpipelines, Autobahnbrücken, Hafen, haushohe Holz-Loopings, ein einstürzender Staudamm - jede der Strecken hat einen eigen Look, ein eigenes Thema und entsprechende Hindernisse.

Für jede Strecke gibt es eine Online-Rangliste. Die beste Fahrt unserer Xbox-Live-Freunde wird uns direkt auf der Strecke angezeigt; nicht wie sonst üblich als «Ghost», sondern als schlichter weisser Punkt. Eine sehr elegante Lösung: Der Punkt stört uns nicht in der Konzentration, spornt uns aber dennoch konstant an, unsere Fähigkeiten zu verbessern und die Zeit zu unterbieten.

Besserer Schwierigkeitsanstieg

Alles andere als einfach ist allerdings das Spiel selbst. Am Vorgänger «Trials HD» wurde noch kritisiert, dass der Schwierigkeit so etwa in der Mitte zu steil anstieg, dass dort zu viele einfach hängen blieben und nicht mehr weiter kamen. Diese Dramaturgie verbessert nun «Trials Evolution» ganz wesentlich. Das Spiel bringt uns die technischen Finessen besser bei und führt uns sanfter an die wirklich schwierigen Strecken heran. Die Strecken zu Beginn setzen auf eher weitläufige Parcours mit viel Geschwindigkeit und spektakulären Sprüngen. Erst gegen Ende werden die Strecken kleinräumiger, langsamer und sehr, sehr technisch.

Das Filetstück des Spiels ist der Einzelspieler-Modus und die Online-Ranglisten. Einsteiger haben sofort Spass - und wer Zeit und hartes, hartes Training investiert, findet genug technische Tiefe, Herausforderung und Befriedigung.

Für welche Strecke Guido 218 Versuche benötigt hat, lest ihr im Blog: «Trials Evolution: Jetzt neu! Mit noch mehr Bums!».

Der Töff macht brumm, brumm!
Der Fahrer ruft: Hui! Mist! Au!
Wo «hart» noch hart ist.

Zur ausführlichen Kritik

Autor/in: Guido Berger