Frankreich - Die scharfen Klingen der Auvergne

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«360° - GEO» schaut in die Werkstätten der berühmten Messermeister in einer der atemberaubendsten Regionen Frankreichs.

«Die Jungen im Alter meiner Kinder, die pfeifen auf Messer und Messermacher, die haben kein Messer in ihrer Tasche, die haben ihre Iphones und solche Dinge - das ist ein anderes Leben. Ich erinnere mich noch: Als wir früher im Stadion waren, um ein Spiel zu sehen, da hatten wir unser Laguiole und Proviant dabei und haben in der Halbzeit unsere Wurst gegessen. Das kann man heute nicht mehr machen», sagt Charles Couttier, eine Berühmtheit unter den Messermachern der Auvergne.

Das Traditionshandwerk von Thiers bewegt sich «auf Messers Schneide» - verlassen sind die schiefen Gassen mit ihren einst üppigen Schaufensterauslagen, viele ehemals florierende Traditionsbetriebe stehen still. Und doch kämpft eine Handvoll grosser Meister um die Zukunft des Taschenmessers - in der Stadt Thiers und auch in Laguiole. Der 43-jährige Cyrill Ganivet ist ein Quereinsteiger in der Branche. Noch vor Jahren war er ein hochbezahlter Manager, bis er seinen Job an den Nagel hängte, einen maroden Messerbetrieb übernahm und zu neuer Blüte führte.

Längst sind die hochwertigen Messer nicht nur als Alltagsgegenstand, sondern auch unter extravaganten Sammlern und Fans wieder in Mode gekommen. Die Messer werden manchmal in wochenlanger Arbeit handgefertigt, mit Klingen aus Damaszenerstahl, kunstvollen Griffen und Gravuren. Jahrelang schwelte ein heimlicher Konflikt zwischen den Messermachern in Laguiole und Thiers um den Ursprung des berühmten Messers - doch inzwischen eint beide Städte ein neuer Feind: das Billigimitat aus Asien.