Sechs Monate im Koma: Prinz Friso erreicht «kritische Grenze»

Der 17. Februar erschütterte die Niederlande: Vor sechs Monaten wurde Prinz Friso von einer Lawine erfasst. Seither liegt er im Koma. Mit jedem Tag schwindet die Hoffnung auf Genesung. Königin Beatrix und Frisos Frau Mabel stehen vor schweren Entscheidungen.

Prinz Friso Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wurde von einer Lawine erfasst Seit dem 17. Februar 2012 ist er bewusstlos. Reuters

Der 44. Geburtstag der niederländischen Prinzessin Mabel am vergangenen Samstag in London war kein Freudentag: Seit sechs Monaten liegt ihr Mann, Prinz Friso, nach einem Lawinenunglück mit schweren Hirnverletzungen im Koma. 

Friso erreicht «kritische Grenze»

Seitdem ist der Zustand des Prinzen unverändert. Täglich besucht Mabel ihren Mann im Londoner Wellington-Krankenhaus. Auch Königin Beatrix fliegt einmal in der Woche zu ihrem zweitältesten Sohn. Noch im Juli hatte sein Bruder, Kronprinz Willem-Alexander, erklärt: «Ich hoffe, dass wir in Zukunft mit einem positiven Bericht kommen können.» Doch danach sieht es nicht aus.
 
 «Sechs Monate sind eine kritische Grenze», sagt der medizinische Ethiker am Erasmus-Krankenhaus der Universität Rotterdam, Erwin Kompanje. «Bis dahin hofft man noch auf eine Besserung.» In den Niederlanden wird nach einem halben Jahr von Ärzten und Angehörigen erwogen, die Behandlung zu beenden.

Schwere Entscheidungen liegen vor der Köngisfamilie

Aber der Prinz liege in einer Londoner Klinik, betont Kompanje, der die niederländischen Richtlinien für die Behandlung von Komapatienten mitentwickelt hat. «Die königliche Familie wird vor schweren Entscheidungen stehen.»

Königshaus hat Frisos Biografie angepasst

Dazu schweigt der Hof. In der vergangenen Woche gab es aber ein Indiz, dass die Oranjes das scheinbar Unabänderliche akzeptiert haben. Frisos Biografie auf der königlichen Website wurde angepasst. «Prinz Friso wurde am 17. Februar Opfer eine Lawine im Skigebiet von Lech, Österreich», steht dort nun Schwarz auf Weiss.